Terrorangriff auf Somalia-Mission Kenias Armee und Schabab melden Dutzende Opfer

Terroristen der islamistischen Schabab-Miliz haben in Somalia einen Stützpunkt der AU-Friedenstruppen attackiert. Ziel waren kenianische Soldaten, die schweren Gefechte forderten offenbar viele Opfer.

Kenianische Soldaten in Somalia (Archivbild)
AP

Kenianische Soldaten in Somalia (Archivbild)


Die somalische Terrormiliz Schabab hat kenianische Truppen der afrikanischen Friedensmission in Somalia (Amisom) angegriffen. Sowohl die Islamisten als auch Kenias Militär behaupteten, man habe Dutzende Gegner getötet.

Die Attacke begann am frühen Freitagmorgen mit mindestens einer Autobombe, dann griff eine größere Zahl von Schabab-Kämpfern die Militärbasis nahe der Grenze zu Kenia in der Ortschaft Kolbiyow an.

Armeesprecher Paul Njunguna nannte zunächst keine Opferzahlen. Nach Angaben der Schabab-Miliz sollen mehr als 50 kenianische Soldaten getötet worden sein. Diese Angaben wies die kenianische Armee in einer Pressemitteilung jedoch als Propaganda zurück und meldete, man habe eine "große Anzahl" von Angreifern getötet.

Die Schabab-Miliz, die am Horn von Afrika einen islamischen Gottesstaat errichten will, nennt häufig überhöhte Opferzahlen. Kenia hingegen hat in der Vergangenheit eigene Verluste zögerlich oder gar nicht bekannt gemacht. Sprecher Njuguna erklärte bislang nur, es sei zu "schweren Gefechten" gekommen.

Vor fast genau einem Jahr hatte die Schabab-Miliz schon einmal eine Amisom-Basis im südsomalischen El-Ade attackiert, die größtenteils mit kenianischen Soldaten besetzt war. Auch damals nannte Kenia zunächst keine Opferzahlen, räumte aber später ein, dass mehr als 100 kenianische Soldaten bei dem Stunden andauernden Angriff getötet wurden.



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