Terrorangriff von Nairobi Polizei meldet neue Festnahme

Viele Details hat die kenianische Regierung zu dem Anschlag auf die Westgate Mall noch nicht herausgegeben - nun meldet sie die Festnahme eines weiteren Verdächtigen. Doch in der Bevölkerung wächst die Unzufriedenheit über die offizielle Informationspolitik.

AP/ Kenya Presidency

Nairobi - Kenianische Sicherheitskräfte haben im Zusammenhang mit dem Terrorangriff auf die Westgate Mall einen weiteren Verdächtigen festgenommen. Dies gab ein hochrangiger Beamter am Sonntag bekannt. Nähere Angaben dazu, was der Person konkret vorgeworfen wird, machte er nicht.

Man habe seit dem Anschlag zwölf Menschen verhaftet, von denen drei wieder frei gelassen wurden, sagte Innenminister Joseph Ole Lenku während einer Pressekonferenz. Zu der Frage, ob sich unter den Verhafteten direkt an dem Anschlag Beteiligte befänden, äußerte er sich nicht. Im Zuge der Ermittlungen habe man das Auto identifizieren können, das die Kämpfer der Schabab-Miliz benutzt hätten, sagte Lenku weiter. In dem Auto hätte man "eine Auswahl an illegalen Waffen" gefunden.

Während der viertägigen Besetzung der Mall, in deren Verlauf ein Teil des Einkaufszentrums einstürzte, kamen nach offiziellen Angaben 67 Menschen ums Leben. Dem Roten Kreuz zufolge werden noch 59 Menschen vermisst. Die kenianische Regierung geht hingegen offiziell von keinerlei Vermissten aus.

"Ein Land. Ein Volk. Eine Liebe"

In der kenianischen Bevölkerung macht sich derweil Unmut über die Informationspolitik der Regierung breit. Zu wenig Details über den Verlauf des Anschlags würden bekannt gegeben. "Wir möchten Sie bitten, noch etwas Geduld mit uns zu haben", sagte Innenminister Lenku zu den Vorwürfen. Nach dem Ausbruch der Gewalt hatten etliche Menschen das Gebäude ungestört betreten und verlassen können. Dabei wären jedoch keine Terroristen entkommen, sagte Lenku. "Unsere Einsatzkräfte haben jeden Ausgang abgeriegelt. Alles war vollständig gesichert.

Am Sonntagmittag hatten sich rund 200 kenianische Muslime nahe des exklusiven Einkaufszentrums zu einer Mahnwache eingefunden. "Wir verurteilen den Terrorangriff auf die Westgate Mall" war auf einem Schild zu lesen. "Ein Land. Ein Volk. Eine Liebe. Kenya Asia Muslims", auf einem anderen. Viele Teilnehmer der Mahnwache waren Mitglieder der sogenannten asiatischen Gemeinschaft Kenias. Darunter werden oft verkürzt die Nachfahren der Immigranten bezeichnet, sie vor über hundert Jahren aus dem kolonialen Indien nach Kenia gekommen waren.

hpi/AP

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