Terrorangriffe Gewalt im Irak überschattet Wahlauftakt im Exil

Die ersten Exil-Iraker haben heute ihre Stimme für die Parlamentswahl in ihrer Heimat abgegeben. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wurden auch die Wahllokale in Deutschland geöffnet. In Bagdad gab es unterdessen erneut massive Gewalt von Extremisten, die die Wähler einschüchtern soll.

Bagdad/Sydney/Berlin - Im Süden Bagdads kamen vier Iraker bei einem Selbstmordanschlag ums Leben, zwei weitere wurden nach Polizeiangaben verletzt. Der Attentäter habe das Auto auf die Wache im Stadtteil Dora zugesteuert. Die wachhabenden Beamten hätten daraufhin das Feuer eröffnet, und der Wagen sei explodiert.

In der westirakischen Stadt Ramadi fand die Polizei am Freitag die Leichen von vier irakischen Soldaten, die offenbar von Aufständischen ermordet wurden. Sie wiesen Schussverletzungen auf. An den Toten waren Zettel mit der Aufschrift "So ergeht es allen Verrätern" angebracht.

In Ramadi griffen Aufständische in der Nacht zum Freitag vier Wahllokale an, die dabei zum Teil zerstört wurden. Auch ein Wahllokal in Hit, 160 Kilometer nordwestlich von Bagdad, wurde attackiert. Bei einem Angriff auf ein Wahllokal im nordirakischen Kirkuk starb in der Nacht zum Freitag ein Polizist, der das Gebäude bewachte.

Im Irak wird nur am Sonntag gewählt. Exil-Iraker können dagegen schon ab heute abstimmen. In Australien begann die Wahl unter moderaten Sicherheitsvorkehrungen. Die Wähler wurden lediglich per Hand mit Metalldetektoren überprüft. Zur Stimmabgabe versammelten sich kurdische Frauen in langen, schwarzen Kleidern und Männer in farbenfrohen traditionellen Gewändern ab 7 Uhr Ortszeit vor einem zum Wahllokal umfunktionierten Möbellager in Fairfield, einem Stadtteil von Sydney, in dem zahlreiche Araber wohnen.

"Ein langer Traum wird jetzt wahr", sagte der 56-jährige Karim Jari. "Wir hoffen, dass dies ein Neubeginn ist." Australien ist eines von 14 Ländern, in denen Exiliraker ab heute bis Sonntag ihre Stimme abgeben können.

Die deutschen Wahllokale in Berlin, Köln, Mannheim und München öffneten unter strengen Sicherheitsauflagen. Mehr als 26.400 Männer und Frauen haben sich in Deutschland für die Wahl registrieren lassen, knapp die Hälfte der schätzungsweise 56.000 hier lebenden Iraker.

In anderen Ländern lag die Quote nur bei etwa einem Viertel. Insgesamt sind in den 14 Staaten 280.000 Iraker für die Abstimmung registriert.

Die letzte freie Wahl im Irak fand nach Einschätzung von Experten im Jahr 1953 statt. Der Irak war damals eine konstitutionelle Monarchie.

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