Terrorangst in Pakistan US-Regierungsmitarbeiter bekommen Hotelverbot

Die Angst vor Terroranschlägen in Pakistan wächst. Das US-Außenministerium untersagt seinen Mitarbeitern nun Übernachtungen und Aufenthalt in großen Hotels im Land. Am Flughafen in Islamabad herrscht nach einer Bombendrohung Aufruhr.


Islamabad/New York - Die Ansage ist klar: Das US-Außenministerium hat allen Regierungsmitarbeitern Übernachtungen und auch Besuche in den großen Hotels in Pakistan verboten. Dies gilt für die Hauptstadt Islamabad sowie die Städte Karatschi und Peschawar.

Die USA regieren damit auf den schweren Bombenanschlag auf das Marriott-Hotel in Islamabad, bei dem am Samstag 60 Menschen getötet wurden, darunter auch der tschechische Botschafter und zwei Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums. Rund 270 Menschen wurden bei dem Selbstmordanschlag verletzt. Die US-Botschaft erklärte, es gebe Hinweise, dass weitere Anschläge in Islamabad geplant seien, unter anderem auch auf Märkte und Restaurants.

Nach einer Bombendrohung gegen den Flughafen von Islamabad haben die pakistanischen Sicherheitsbehörden für alle Flughäfen im Land Alarmstufe Rot ausgerufen. Der Flugverkehr sei davon bislang nicht betroffen, sagte am Donnerstag ein Sprecher der Flughafensicherheit. Der Internationale Benazir-Bhutto-Flughafen in der Hauptstadt werde derzeit durchsucht, nachdem am Morgen in einem Anruf ein Bombenanschlag für denselben Tag angekündigt worden sei. Die Drohung werde ernst genommen.

Nach dem Anschlag vom Wochenende hatte die Fluggesellschaft British Airways ihre Flüge nach Islamabad für die nächsten Wochen gestrichen. Auf dem internationalen Flughafen von Islamabad hatte ein Selbstmordattentäter im Februar vergangenen Jahres drei Menschen verletzt.

Das ganze Land steht nach Einschätzung westlicher Geheimdienste am Abgrund. Die Regierung in Islamabad habe die "Zügel kaum noch in der Hand", sagte ein Vertreter des amerikanischen Auslandsgeheimdienstes CIA. Er verwies auf die Forderung des Stellvertreters des Terrorchefs Osama Bin Laden, Aiman al-Sawahiri, dass die Macht in Pakistan in die Hände "muslimischer Politiker übergehen soll, die daran glauben, Gesetze in Übereinstimmung mit Gottes Gesetz zu machen". Die zunehmenden Angriffe und Anschläge der Islamisten "lassen den Vormarsch der Gotteskrieger in Pakistan klar erkennen", sagte der CIA-Vertreter.

ffr/AP/ddp/AFP

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