Terrorangst London holt Polizisten aus dem Urlaub zurück

In Großbritannien steigt die Nervosität wegen eines möglicherweise bevorstehenden Terroranschlags. Polizisten mussten ihren Urlaub abbrechen. An Flughäfen, Bahnhöfen und anderen Verkehrsknotenpunkten sind verstärkt Beamte im Einsatz.

Polizist vor der U-Bahn-Station Victoria: Terrorwarnstufe "Hoch"
REUTERS

Polizist vor der U-Bahn-Station Victoria: Terrorwarnstufe "Hoch"


London - Großbritannien fürchtet einen Anschlag auf wichtige Verkehrsknotenpunkte. Allerdings dementierte die britische Polizei am Freitag Berichte, wonach die Terrorwarnstufe für britische Flughäfen und andere wichtige Transportwege erhöht worden sei. BBC hatte in der Nacht zum Freitag gemeldet, die mögliche Gefahr sei von "substanziell" auf "hoch" angehoben worden. Informationen über einen unmittelbar bevorstehenden Terroranschlag gebe es nicht. Es handele sich um eine vorsorgliche Maßnahme ausschließlich für den Verkehrsbereich.

Der "Daily Telegraph" berichtete ebenfalls von wachsender Sorge vor einem Anschlag. Beamte der britischen Verkehrs-Polizei seien aus dem Urlaub und aus ihren freien Tagen zurückgeholt worden. Außerdem seien zusätzliche Leute angefordert worden, nachdem die britischen Geheimdienste vor einem möglichen Terrorplot gewarnt hätten. Die Zeitung zitierte eine Quelle aus den Sicherheitsbehörden, wonach "Aktivitäten einer Handvoll extremistischer Zellen" dazu geführt hätten, die Terrorwarnstufe anzupassen. Offenbar wird befürchtet, dass in London wichtige Teile des Verkehrsnetzes im Visier von Terroristen stehen könnten. Der "Telegraph" schrieb, es sei unklar, was die Terroristen genau planten - Selbstmordattentate, Schießereien wie in Mumbai oder möglicherweise eine Kombination aus beidem.

Scotland Yard und Innenministerium betonten, dass die allgemeine Terrorwarnstufe für das ganze Land unverändert auf dem zweithöchsten Stand bleibe. "Die Warnstufe für Großbritannien liegt bei "hoch", was bedeutet, dass ein Anschlag sehr wahrscheinlich ist, und das ist er seit Januar 2010", sagte ein Polizeisprecher.

Der "Telegraph" zieht zwischen den jetzigen Aktivitäten in London und den jüngsten Ereignissen in Skandinavien eine Verbindung. Der Selbstmordattentäter, der sich Anfang Dezember in Stockholm in die Luft gesprengt hat, hatte im britischen Luton gelebt. Und die jüngst in Dänemark wegen möglicher Terrorpläne verhaftete Gruppe hatte Verbindungen zu einem Netzwerk in Derby.

Großbritannien war bereits mehrfach im Focus von Terroristen. 2006 wurden 24 Verdächtige wegen geplanter Anschläge auf Passagierflugzeuge in die USA festgenommen. 2005 waren in London vier Bomben explodiert.

ler/dpa/reuters



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