Schilderungen von Augenzeugen "Da habe ich daran gedacht, was in Deutschland passiert ist"

Als ein Auto plötzlich mehrere Fußgänger überfährt, bricht auf der Westminster Bridge in London Panik aus. Augenzeugen schildern, was sie erlebten.

Passanten nach Evakuierung vom Parlamentsgelände
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Passanten nach Evakuierung vom Parlamentsgelände


Der schnelle Überblick

Der Terror trifft London am Mittwochnachmittag mitten im belebten Regierungsviertel. Touristen, Journalisten und Politiker sind gerade an der Westminster Bridge und im Parlamentsgebäude, als Panik ausbricht. Nach und nach ergibt sich aus den Augenzeugenberichten ein genaueres Bild, was sich am Nachmittag im Zentrum Londons ereignet hat.

Mehrere Menschen berichteten, ein Angreifer habe erst Fußgänger auf der Westminster Bridge angefahren und dann vor dem Parlament einen Polizisten mit einem Messer attackiert. "Ein schwarzer oder grauer SUV stand an einer Ampel, gab Gas und fuhr in mehrere Menschen", sagte ein Mann einem britischen Fernsehteam.

"Wir waren gerade dabei, Fotos vom Big Ben zu machen, als alle anfingen zu rennen", sagte Jayne Wilkinson. "Wir haben dann einen Mann gesehen, der ein etwa 20 Zentimeter langes Messer trug. Dann hörten wir drei Schüsse. Wir überquerten die Straße und sahen den Mann in seinem Blut am Boden liegen."

Ein Augenzeuge namens Ismail sagte der BBC, er habe die Attacke als Autofahrer auf der Westminster Brücke miterlebt: "Ich dachte, da hat einer seine Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Als er die erste Person überfuhr, dachte ich: Das ist Fahrerflucht. Aber dann flog noch jemand durch die Luft, und dann ein Mann direkt vor mir auf die Straße. Da habe ich daran gedacht, was in Deutschland passiert ist."

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Dennis Burns war gerade auf dem Weg zu einem Treffen im Parlament, als er im Radio hörte, dass ein Polizist niedergestochen worden sei. Polizisten und Sicherheitskräfte seien ihm entgegengekommen. "Ich habe mich gewundert, was los ist. Dann sah ich Dutzende Menschen panisch die Straße runterrennen", sagte er. Es seien knapp 100 Menschen gewesen. "Es sah aus, als rannten sie um ihr Leben."

Ein Mitarbeiter des Parlaments beschreibt einen lauten Knall. "So laut, dass wir die Arbeit stoppten und zum Fenster gingen", sagte er der Londoner Zeitung "Evening Standard". "Ich sah einen Mann zur Vorderseite des Gebäudes rennen. Die großen Eisentore waren zu diesem Zeitpunkt offen und er rannte durch den Eingang." Dann habe ein jemand auf den Mann geschossen. Innerhalb von Minuten sei überall Polizei gewesen.

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Andere Menschen, die zum Zeitpunkt der Angriffe im Parlament waren, gaben an, mindestens vier Schüsse gehört zu haben. Sie seien aufgefordert worden in den Büros zu bleiben, berichteten Journalisten aus dem Gebäude.

George Eaton beobachtete nach eigenen Angaben vom Fenster aus, wie ein Polizist auf einen Mann schoss. "Eine große Gruppe flüchtete vor dem Mann, bevor er in das Parlamentsgebäude ging", schrieb er auf der Seite des "New Statesman". Nachdem mehrere Polizisten dem Angreifer noch ausgewichen seien, habe ein bewaffneter Polizist schließlich auf ihn geschossen.

Die Polizei rief Zeugen auf, Filmaufnahmen und Fotos an die Ermittler zu senden. Zugleich bat sie Augenzeugen um Zurückhaltung: Sie sollten keine Bilder und Videos von Verletzten in Umlauf bringen.

brk/sep/cht/dpa/AFP



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