Terrorfahndung BKA plakatiert in Afghanistan Warnung vor deutschem Islamisten

Deutsche Behörden warnen in Afghanistan mit einem Plakat vor einem deutschen Islamisten. Jan Sch., Kampfname Hamza, soll Kontakte zu al-Qaida haben. Es gibt Hinweise, dass der Konvertit im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet ist und Terroraktionen planen könnte.

Hält sich mutmaßlich am Hindukusch auf: Jan Sch. aus dem Saarland

Hält sich mutmaßlich am Hindukusch auf: Jan Sch. aus dem Saarland

Aus Kabul berichtet


Kabul - Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE fürchten die Behörden, dass Jan Sch. in Afghanistan Anschläge auf deutsche Militär- oder Zivileinrichtungen und internationale Institutionen verüben könnte. Darum haben sich die deutschen Behörden in Absprache mit den Afghanen entschieden, rot eingerahmte Fahndungsplakate des 27-Jährigen, der zwar in Kasachstan geboren, aber im Saarland aufgewachsen ist, zu veröffentlichen: vor allem an Sicherheitsschleusen und Kontrollpunkten, aber auch an Botschaften, deutschen Einrichtungen, Militärbasen und dem internationalen Flughafen.

Nach Erkenntnissen des BKA hält sich Sch., der auch den Namen "Hamza" führt, seit kurzem im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet auf. Ende 2004 war er für ein Arabischstudium aus Deutschland nach Saudi-Arabien ausgereist.

Kontaktperson der Sauerland-Verschwörer

Jan Sch. ist den Fahndern schon länger bekannt. Bei den Ermittlungen gegen die Sauerland-Gruppe im Fritz Gelowicz, die mutmaßlich Terroranschläge in Deutschland plante und im September 2007 geschnappt wurde, fiel er als Kontaktperson der Zelle auf. Laut den Ermittlungen des BKA hatte Sch. bereits im Jahr 2004 mit Daniel Schneider, einem der Sauerland-Verschwörer, gemeinsam mit dem ebenfalls am Hindukusch vermuteten Houssain al-Mallah eine Gruppe junger Männer gebildet, die eine radikale Islam-Auslegung praktizierten. Nach seiner Ausreise im Jahr 2004 wurde er noch mehrmals in Saarbrücken gesehen.

Sch. gilt innerhalb der Gruppe der deutschen islamistischen Radikalen-Szene als einer der Intellektuellen, die immer wieder um Rat gefragt werden. Dies macht ihn für die Terrorfahnder zu einem möglichen Anführer.

Den Erkenntnissen nach soll er seine Frau und seinen Sohn in Saudi-Arabien zurückgelassen haben. Von der groß angelegten Fahndung erhoffen sich die Fahnder nicht nur eine abschreckende Wirkung, sondern auch Hinweise auf den jungen Deutschen, der neben seinen zwei deutschen Pässen vermutlich auch ein kasachisches Reisedokument besitzt.

Nicht der einzige deutsche Islamist am Hindukusch

Jan Sch. ist nicht der einzige Deutsche, nach dem am Hindukusch gefahndet wird. Neben den beiden Islamisten Eric Breininger und Houssain al-Mallah, die zum Umfeld der Sauerland-Gruppe gehören, halten sich auch die beiden aus Bonn stammenden Brüder Mounir und Yassin Chouka in der Krisenregion auf; sie traten bereits mehrfach und teils unvermummt in Propagandavideos der Islamischen Bewegung Usbekistan (IBU) auf. Ebenso verteilten die Deutschen in mehreren Sprachen Plakate des Bonner Islamisten Bekkay Harrach, der sich offenbar dem Terrornetzwerk al-Qaida angeschlossen hat und dessen Terrordrohungen vor der Bundestagswahl für ein Hochfahren der Sicherheitsmaßnahmen geführt hatten.

Darüber hinaus hängen an neuralgischen Punkten in Kabul und anderswo die Konterfeis von Javad S. aus Bonn und des Iraners Schahab D., der 1994 als Elfjähriger aus Iran nach Deutschland gekommen war und seitdem in Hamburg gewohnt hatte. D. war am 4. März über Katar ins pakistanische Peschawar geflogen, zusammen mit seiner Freundin und drei weiteren Personen aus Hamburg. Die Hamburger Reisegruppe, gegen die mittlerweile der Generalbundesanwalt ermittelt, hat sich einer Art deutscher Kolonie bei der IBU angeschlossen.

Die Behörden gehen zudem davon aus, dass sich noch weitere, teils wohl auch noch unbekannte Dschihadisten aus Deutschland in der Region aufhalten.

Die Befürchtungen, dass die aus Deutschland in Richtung Krisengebiet ausgereisten Islamisten nach Afghanistan einsickern könnten, haben sich in den letzten Wochen massiv verstärkt. Nachdem die pakistanische Armee in Waziristan, dem vermuteten Versteck der Deutschen im Grenzgebiet, eine intensive Militärkampagne durchführt, sollen sich Hunderte Kämpfer verschiedener terroristischer Gruppen über die durchlässige Grenze in Sicherheit gebracht haben.

Dass unter ihnen auch mehrere der in Ermittlerkreisen gern "deutsche Reisegruppe" genannten Personen sind, ist für die Fahnder mehr als wahrscheinlich.



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SaT 08.11.2009
1. abziehen oder ewig weiterkämpfen
Wieso siegen? Da keine Kriegsziele existieren kann man im Grunde weder gewinnen oder verlieren sondern nur abziehen oder ewig weiterkämpfen. Vorschlag: wir erklären uns zum moralischen Sieger und ziehen mehr oder weniger geordnet ab. Dem korrupten Karzeiclan, Warlords und die Drogenbarone unserer Wahl geben wir halt soviel Waffen, dass die das Thema Taliban alleine in den Griff bekommen. Wir überlassen Afghanistan den Afghanen und kümmern uns endlich um unsere eigenen Probleme – davon gibt es genug.
Ökopit 08.11.2009
2. Westlich und Islam ...
Zitat von sysopZweifelhafte Präsidentschaftswahlen, ständig neue Angriffe der Taliban, umstrittene Bombardements - mit welcher Strategie können die westlichen Alliierten in Afghanistan siegen?
... schließt sich naturgegeben aus! Die beste Strategie in Afghanistan wäre ein kompletter (und sofortiger) Rückzug des Westens - nicht nur der Truppen, auch aller zivilen "Möchtegern-Helfer" und natürlich der Krämerseelen! Nur, das geht leider "geostrategisch" nicht, denn wer "die Passhöhen des Hindukusch" beherrscht, kann, wenn er will, ganz Asien beherrschen! Die Engländer haben das im 19. Jahrhundert nicht geschafft, die Sowjetunion ab 1980 auch nicht! Die Ami's und ihre Vasallen (leider gehört Deutschland dazu) versuchen das seit 2001! Ich gönn ihnen den Erfolg nicht!
ewspapst 08.11.2009
3. Nur Siegen?
Zitat von sysopZweifelhafte Präsidentschaftswahlen, ständig neue Angriffe der Taliban, umstrittene Bombardements - mit welcher Strategie können die westlichen Alliierten in Afghanistan siegen?
Hier das Ausgangsthema. Ist der Krieg in Afghanistan noch zu gewinnen? Natürlich ist der Krieg zu gewinnen. Haben Sie sich als Forist hier nicht die vielen Militärexperten, Generalsdoppel, Humanisten und göttergleiche Juristen, ja selbst Philosophen, die alle ein ungemein umfassendes und unbedingt richtiges Wissen mitbringen, angeschaut. Ihr Spezialwissen übertrumpft alle, denn das haben sie uns oft genug gesagt. Und warum sollen wir ihnen nicht glauben? Ihre Erkenntnisse erfüllen uns täglich mit staunen, ob der vielen Darbietungen. Sie alle wissen viel besser als die afghanische Bevölkerung, unter welchen Bedingungen dort gelebt werden soll und muss und bringen uns Unwissende alles haarklein nahe. Es ist doch ganz klar, dass die westliche Intelligenz viel klarer definieren kann, was gut und böse ist und was einem Paschtunen natürlich nicht möglich ist. Wie Wahlen zu werten sind, können doch nur die politisch vorgebildeten Nato - Angehörigen. Die westliche Welt hat über lange Zeit nur nach Recht und Gesetz gehandelt, nur um der Menschlichkeit willen und ist deshalb in der Lage, dieses Wissen und Handeln an die dritte Welt weiterzugeben, die dann ebenso handeln soll, ganz besonders die Afghanen. Haben Sie diesen Worten geglaubt? Natürlich, denn sie werden uns doch täglich ohne Unterbrechung frei Haus geliefert. Dann werden "Sie " diesen Krieg auch gewinnen, "wir " Ungläubigen dagegen nicht. Übrigens, warum haben die Russen, die Inder, die Pakistani, die Engländer, wieder die Russen und dann auch die Amerikaner die Kämpfe nicht gewonnen? Die genannten EXPERTEN werden es Ihnen mit vielen Worten und rechtsphilosophischen Erläuterungen sagen.
mark anton, 08.11.2009
4. Ist die Haltung der D Feigheit vor dem Feinde?
oder wie wuerde man es bezeichnen koennen? Auch wenn der Ausgang in Afghanistan wegen der vielseitig unguenstigen und unueberbrueckbaren Problemen negativ ist, haette man als Verbuendeter seine Verpflichtungen nachkommen muessen. Was, wenn D einmal Verbuendete braucht - die Nato koennte dann auch sagen, wir erinnern uns an Kunduz und verhalten uns ebenso.
Stahlengel77, 08.11.2009
5.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,660064,00.html Na prima. Das US-Militär operiert in dem von der Bundeswehr kontrollierten Bereich zusammen mit afghanischer Miliz. Wir können an fünf Fingern abzählen, was das für unsere Soldaten bedeutet: Weitere Destabilisierung, die Taliban werden mehr Zulauf bekommen und wie das bei den Paschtunen so ist, wird die Blutrache ausgerufen und dann wird nicht mehr unterschieden, welches Nationalitätenzeichen auf einer Uniform prangt. Es steht außer Zweifel, das wir mit vermehrten Anschlägen und Angriffen auf unsere Soldaten rechnen müssen nach der Offensive. Und wenn die von der Bundeswehr besetzte Region durch die US-Militärs so richtig aufgemischt wurde, wird eine Aufstockung des Mandats notwendig sein. Ob es dafür eine Mehrheit im Bundestag gibt, wenn auch endlich offiziell von einem Krieg gesprochen wird, ist fraglich. Am Ende werden unsere Soldaten in Afghanistan alleine gelassen, wenn sie das nicht schon sind. Wenn ich von Soldaten, die aus dem Einsatz kommen, hören muss, das sie sich ihre Ausrüstung immer noch selbst kaufen müssen, das sie unter schwierigsten Bedingungen mit unzureichendem Material ihren Aufgaben nachkommen müssen, das die Bevölkerung ihnen weitgehend feindlich gesonnen ist und sie quasi mitanschauen müssen, wie Warlords unbehelligt ihren Opiumanbau vorantreiben und damit enorme Gewinne erzielen (und dagegen nicht vorgegangen wird), da fragt man sich wirklich: Was haben wir dort überhaupt verloren? Die geplante Pipeline der Amerikaner schützen? Abortmücke am Hintern Chinas spielen? (Es ist längst bekannt, das die Taliban einen guten Teil ihrer Waffen aus China gesponsert bekommen) Noch heute bin ich der Meinung, das Struck, Fischer und Schröder juristisch zur Rechenschaft gezogen gehören, da sie deutsche Soldaten in einen Angriffskrieg der USA geschickt haben. In tausenden von Jahren hat niemand es geschafft, diese Region dauerhaft zu besetzen. Nur Wahnsinnige glauben, man könnte dort einen Krieg gewinnen.
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