Terrorgefahr Sicherheitsmaßnahmen für G8-Gipfel veröffentlicht

Peinliche Panne für Tony Blair: Der britische Premier hat ein Sicherheitsproblem. Denn die Zeitung "Independent on Sunday" hat Details der Schutzmaßnahmen für den anstehenden G8-Gipfel im schottischen Gleneagles veröffentlicht.


Bobbys mit Demonstranten: Beim Vorbereitungstreffen der G8-Innenminister in Sheffield gab es bereits Proteste von Globalisierungsgegnern
AP

Bobbys mit Demonstranten: Beim Vorbereitungstreffen der G8-Innenminister in Sheffield gab es bereits Proteste von Globalisierungsgegnern

London - Sicherheitskreise haben dem Blatt demnach genaue Daten und Fakten der "Operation Sorbus" zugespielt. Hinter dem Codenamen verbergen sich Sicherheitsvorkehrungen der britischen Streitkräfte zum Schutz der G8-Regierungschefs beim bevorstehenden Gipfel in dem schottischen Ort Gleneagles.

Unter anderem liegen dem "Independent on Sunday" vor:

  • Informationen über die Bedrohung der Gipfelteilnehmer durch Attacken mit biologischen, chemischen oder atomaren Waffen sowie die Beurteilung der Gefahr durch die Behörden,
  • eine Analyse über die Schwachstellen des Gipfel-Areals,
  • Karten über Absperrmaßnahmen, die mögliche Selbstmordattentäter und Demonstranten fernhalten sollen,
  • Luftaufnahmen, die mögliche Terrorziele auf dem Gelände markieren,
  • Informationen über die Einsatzgebiete von Spezialeinheiten, regulären Truppen und über einen Streit zwischen US- und britischen Sicherheitskräften, die sich nicht über die Aufstellung von Boden-Luft-Raketen einigen können.

Der Informant des Blattes begründete die Veröffentlichung der Informationen mit der offen zur Schau getragen "Selbstzufriedenheit, was die Planung des G8-Gipfels angeht". Die Darstellungen im "Independent on Sunday" seien als "Weckruf" gedacht.

Der Bericht hat in London für Aufruhr gesorgt. Ein britischer Regierungsvertreter sprach von einem "sehr besorgniserregenden Bruch der nationalen Sicherheit".

Der Weltwirtschaftsgipfel findet vom 6. bis 8. Juli statt. Der G-8 gehören die USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada und Russland an.



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