Terrorismus Al-Qaida-Vize ruft zum Kampf gegen Gaddafi auf

Nach mehr als einem Jahr Pause hat sich al-Qaida-Vizechef Sawahiri in einem Video zu Wort gemeldet. Darin ruft er die Muslime zum Kampf gegen Libyens Machthaber Gaddafi und gegen die Nato auf. Er warnt vor einer Invasion des Westens.

Aiman als Sawahiri: "die Söldner Gaddafis und die Nato bekämpfen"
AFP

Aiman als Sawahiri: "die Söldner Gaddafis und die Nato bekämpfen"


Washington - In seiner jüngsten Video-Botschaft befasst sich Aiman al Sawahiri mit den Unruhen im arabischen Raum. Tunesien, Ägpten und ganz besonders mit dem Aufstand in Libyen. Der Vizechef des Terrornetzwerks al-Qaida ruft Muslime zum Kampf gegen die Nato und die Truppen des libyschen Machthabers Muammar all Gaddafi auf. Nach Angaben des auf islamistische Websites spezialisierten US-Unternehmens SITE tauchte am Donnerstag (Ortszeit) eine 69-minütige Botschaft Sawahiris im Internet auf, die offenbar vor dem Beginn des Nao-Einsatzes in Libyen aufgezeichnet wurde.

"Sollten die Amerikaner und die Nato-Truppen in Libyen einmarschieren, dann sollten sich ihre Nachbarn in Ägypten und Tunesien und Algerien und dem Rest der muslimischen Länder erheben und sowohl die Söldner Gaddafis als auch die Nato bekämpfen", sagt Sawahiri demnach. Die arabischen Armeen müssten in Libyen eingreifen und helfen, Gaddafi zu vertreiben, bevor "die Hilfe des Westens ... sich in eine Invasion verwandelt", zitierte der Sender ABC aus dem Video des Stellvertreters von Osma bin Laden.

Der gebürtige Ägypter begrüßt in der Botschaft den Sturz von Präsident Husni Mubarak. Der ägyptischen Führung wirft er vor, sich dem Westen zu unterwerfen und sich vom Islam distanziert zu haben. Das Fortbestehen der nordafrikanischen Nation hänge von der Zerstörung Israels und der Einführung des islamischen Rechts ab, sagte al-Sawahiri.

In der Aufnahme ist al-Sawahiri in einem weißen Gewand und mit weißem Turban zu sehen. Neben ihm ist der Lauf eines Sturmgewehres zu erkennen.

Nach Angaben des Senders war es die erste Videobotschaft des Terroristenführers seit mehr als eineinhalb Jahren. Zwischenzeitlich seien lediglich Tonaufnahmen von ihm veröffentlicht worden.

ler/dpa/AFP



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