Terrorismus Bin Laden bietet USA Waffenstillstand an

Qaida-Chef Osama Bin Laden soll in einer Tonaufnahme mit neuen Terroranschlägen in den USA gedroht haben. Gleichzeitig bot er den Vereinigten Staaten einen Waffenstillstand an. Ob die Stimme auf dem Band, das der arabische Nachrichtensender al-Dschasira veröffentliche, authentisch ist, wurde noch nicht bestätigt.


Kairo - Dem TV-Sender al-Dschasira zufolge hat eine Stimme, die Bin Laden gehören soll, erklärt, es seien neue Anschläge in den USA in Vorbereitung. Es liege nicht an den Sicherheitsvorkehrungen in den USA, dass es seit längerem keinen Anschlag mehr gegeben hat, sagte der Sprecher. "Diese Aktionen werden vorbereitet und ihr werdet sie in euren Häusern sehen, sobald sie abgeschlossen sind, so Gott will." Die Stimme bot den USA ein Waffenstillstand unter bestimmten Bedingungen an. Al-Qaida sei bereit, auf den Wunsch der amerikanischen Öffentlichkeit zu reagieren, die von der US-Regierung den Abzug der Truppen aus dem Irak fordere. "Wir haben keine Einwände, darauf mit einem langfristigen Waffenstillstand auf Basis fairer Bedingungen zu reagieren", hieß es in der Botschaft. "Wir würden uns an diesen Waffenstillstand halten, denn Gott hat unserer Nation (der Muslime) auferlegt, sich an Abmachungen zu halten."

Bin Laden (Archivbild von 2001): Neue Drohungen
AP/ Al-Jazeera

Bin Laden (Archivbild von 2001): Neue Drohungen

Wann das Band aufgenommen wurde, ist noch unklar. Ein US-Experte sagte, der US-Geheimdienst prüfe die Aufnahme, um zu klären, ob sie authentisch sei.

Im Frühjahr 2004 hatte Bin Laden bereits einmal ein Waffenstillstandsangebot gemacht. Damals hatte der TV-Sender al-Arabija ein entsprechendes Tonband veröffentlicht. Darin bot der Sprecher, dessen Stimme Osama bin Laden zugeordnet wurde, europäischen Staaten, die nicht gegen Muslime kämpfen, einen Waffenstillstand an. Es war der offensichtliche Versuch, einen Keil zwischen die im Antiterrorkampf Verbündeten zu treiben. Er bot damals eine Frist von drei Monaten, um auf das Angebot einzugehen. Einen Waffenstillstand mit den USA schloss der Sprecher damals kategorisch aus.



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