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19. Juli 2010, 20:08 Uhr

Terrorismus

Journalist in Athen erschossen

Die tödlichen Schüsse fielen vor seiner Wohnung: Ein griechischer Radiojournalist ist in Athen erschossen worden - die Polizei vermutet eine linksextremistische Terrorgruppe hinter der Tat.

Athen - Rund 20 Patronenhülsen aus zwei Waffen fand die griechische Polizei am Tatort: In Athen ist Sokrates Giolias, Leiter des privaten Radiosenders "Thema FM" am Montag erschossen worden.

Der 37-jährige Giolias schrieb Beiträge für den beliebten Nachrichten-Blog "Troktiko", in dem oft Skandale aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft behandelt wurden.

Giolias wurde nach Polizeiangaben in den frühen Morgenstunden unter dem Vorwand aus seiner Wohnung im Stadtteil Ilioupolis gelockt, sein Auto sei gestohlen worden. Die Angreifer hätten dann auf ihr Opfer geschossen und seien anschließend in einem Auto geflohen.

Eine ballistische Untersuchung der Patronenhülsen ergab nach Polizeiangaben, dass der Journalist mit zwei Neun-Millimeter-Waffen erschossen wurde, die bei früheren Anschlägen der linksextremen Terrorgruppe "Sekte der Revolutionäre" zum Einsatz kamen.

Journalisten und Politiker verurteilten die Ermordung Giolias' am Montag. "Demokratie und Meinungsfreiheit können nicht geknebelt, terrorisiert oder eingeschüchtert werden", sagte ein Regierungssprecher.

Die "Sekte der Revolutionäre" war im Dezember 2008 im Zuge landesweiter Unruhen erstmals aufgetaucht. Diese hatten sich am Tod eines Jugendlichen entzündet, den die Polizei erschossen hatte. Die "Sekte der Revolutionäre" hatte anschließend Anschläge auf Polizei und Medien angekündigt. Letztere zählt die Gruppe zu den Unterstützern von korrupten Wirtschaftsunternehmen. Erst kürzlich hatte sich die "Sekte der Revolutionäre" zu der Ermordung eines Anti-Terror-Polizisten vor einem Jahr bekannt.

hen/apn/AFP

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