Terrorismus Taliban-Chef Omar droht mit Zerstörung Amerikas

Der Anführer der afghanischen Taliban, Mullah Mohammed Omar, bleibt unbeugsam.


Kabul/Washington/London - In einem Interview mit dem paschtu-sprachigen Dienst der BBC drohte er: "Die gegenwärtige Lage in Afghanistan muss in einem größeren Zusammenhang gesehen werden - und das ist die Zerstörung Amerikas." Das Interview wurde nach Angaben des Senders am Mittwoch aufgezeichnet.

Mullah Omar lehnte darin ausdrücklich eine Beteiligung der Taliban an einer künftigen Regierung auf breiter Basis ab. Die Taliban würden lieber sterben, als sich an solch einer bösen Regierung zu beteiligen. Schon seit 20 Jahren seien die Versuche gescheitert, in Afghanistan eine breit gefächerte Regierung zu errichten.

Nach seinen Angaben haben die Taliban noch die Kontrolle über "vier oder fünf" Provinzen. "Aber es ist egal, ob wir eine oder 20 Provinzen kontrollieren", sagte er unter Hinweis auf den schnellen Wechsel von Eroberungen und Verlusten bei den internen Machtkämpfen in Afghanistan.

Auf die Frage, warum seine Kämpfer aus den großen Städten geflohen seien, sagte Mullah Omar, das habe etwas mit der größeren Aufgabe zu tun. Die "Ausrottung Amerikas" sei keine Fragen von Waffen. "Es ist eine große Aufgabe, die jenseits des Willens und des Verständnisses der Menschheit liegt. Der Plan geht voran und wird, so Gott will, umgesetzt werden. Mit Gottes Hilfe hoffen wir, dass dies innerhalb einer kurzen Zeit geschehen wird. Behalten Sie diese Voraussage im Gedächtnis."



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