Terrorismus US-Kongress warnt vor Angriff mit Massenvernichtungswaffen

Die Gefahr eines gewaltigen Terroranschlages in den USA ist einer Studie zufolge gestiegen: Laut "Washington Post" befürchtet der US-Kongress eine Attacke mit Bio- oder Atomwaffen bis zum Jahr 2013.


Washington - Die Autoren der Studie zeigen sich ernsthaft besorgt: Die Wahrscheinlichkeit terroristischer Anschläge in den USA sei zuletzt keinesfalls gesunken - im Gegenteil. In den kommenden fünf Jahren drohe dem Land ein Anschlag mit Massenvernichtungswaffen, berichtet die "Washington Post".

Leiter der US-Studie Graham: "Die Lage ist unsicherer geworden"
AP

Leiter der US-Studie Graham: "Die Lage ist unsicherer geworden"

In Auftrag gegeben wurde die Studie vom Kongress, geleitet wurde sie von dem ehemaligen Senator Bob Graham, einem Demokraten. Die Zeitung zitiert am Dienstag vorab aus dem Abschlussbericht. Demnach sei die Gefahr, dass Terroristen eine Großstadt mit Bio- oder Atomwaffen attackieren könnten, extrem gestiegen.

"Wenn nicht enorme Anstrengungen unternommen werden, ist es wahrscheinlicher, dass ein solcher Anschlag geschieht, als dass er ausbleibt", heißt es demnach in dem Bericht.

Große Gefahr gehe vor allem von Pakistan aus. Dort seien zahlreiche Terrornetzwerke beheimatet. Die politische Lage in dem Atomstaat gelte als instabil. Noch wahrscheinlicher als ein Atomwaffenanschlag sei ein Angriff mit Giftgas. Als Begründung führen die Autoren der Studie an, dass Biowaffen für Terroristen leichter zu beschaffen seien als Atombomben.

Als Konsequenz ihrer Studie fordern Graham und Co. die radikale Verschärfung des Atomwaffensperrvertrages. Länder, die dagegen verstoßen, sollen künftig hart bestraft werden. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) soll deutlich robuster auftreten - um Inspektionen durchzuführen und die Regeln durchzusetzen.

Der kommende US-Präsident Obama wird in dem Bericht zu einer "harten Linie" gegen Staaten wie Iran und Nordkorea aufgefordert. Wie die künftige Iran-Strategie aussehen wird, ist derzeit eine der meistdiskutierten Fragen in Washington.

Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde verfügt Iran mittlerweile über 630 Kilogramm niedrig angereichertes Uran, das Land baue immer neue Zentrifugen zur Anreicherung, kooperiere kaum noch mit den Kontrollbehörden.

cte/Reuters



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