Terrorismus US-Streitkräfte töten Qaida-Führer in Somalia

Mit einem Angriff aus der Luft haben die USA einen Anführer von al-Qaida in Somalia getötet. Saleh Ali Saleh Nabhan soll für den Doppelanschlag in Kenia verantwortlich sein, bei dem vor sieben Jahren 18 Menschen getötet wurden und ein Passagierflugzeug zum Absturz gebracht werden sollte.
Terrorverdächtiger Nabhan: Offenbar bei einem US-Angriff ums Leben gekommen

Terrorverdächtiger Nabhan: Offenbar bei einem US-Angriff ums Leben gekommen

Foto: AFP

Mogadischu - US-Streitkräfte haben in Somalia offenbar einen hochrangigen Qaida-Aktivisten getötet, der wegen Beteiligung an den Anschlägen auf ein israelisches Flugzeug und eine Ferienanlage in Mombasa 2002 auf der Fahndungsliste stand. Der aus Kenia stammende Terrorverdächtige Saleh Ali Saleh Nabhan sei am Montag bei einem Einsatz der US-Armee im Süden Somalias getötet worden, hieß es im US-Verteidigungsministerium in Washington.

Nach Berichten von US-Fernsehsendern feuerten US-Soldaten aus mindestens einem Kampfhubschrauber auf einen Konvoi nahe der somalischen Ortschaft Erile, wo sie Qaida-Kämpfer vermuteten. Ein Schiff der US-Marine habe den Einsatz von einer Stellung vor der somalischen Küste aus gesteuert.

Augenzeugen und Stammesältere in Somalia sagten, ausländische Soldaten hätten aus vier Hubschraubern einen Fahrzeugkonvoi in dem kleinen Dorf Erile rund 200 Kilometer südlich der Hauptstadt Mogadischu angegriffen. Sie hätten das Feuer auf die Wagen eröffnet und die Insassen getötet. Nach Berichten von Augenzeugen kamen bei der Kommandoaktion zwei Männer ums Leben. Zwei weitere wurden verletzt und gefangen genommen.

Auf der Website der US-Bundespolizei FBI hieß es zuvor, der 30-jährige Nabhan sei vermutlich "bewaffnet und gefährlich". Nach Informationen des Fernsehsenders ABC ist sein Leichnam inzwischen in US-Händen. Ein westlicher Vertreter in Nairobi, der anonym bleiben wollte, sagte, Nabhan sei einer von sechs ausländischen Qaida-Kämpfern in dem Konvoi gewesen. In den beiden Allradfahrzeugen hätten zudem drei Schabab-Kämpfer gesessen. Beide Autos seien zerstört und einige der Toten in die Hubschrauber geladen worden. Die Identität der anderen Toten war zunächst unklar.

Der Doppelanschlag vom November 2002 hatte sich gegen israelische Touristen in Kenia gerichtet. Die Attentäter hatten eine israelische Passagiermaschine kurz nach ihrem Start in Mombasa mit Raketen beschossen, ihr Ziel aber verfehlt. Minuten später starben bei einem Selbstmordanschlag auf ein Hotel bei Mombasa 18 Menschen, darunter die drei Selbstmordattentäter. Das Terrornetzwerk al-Qaida hatte sich zu den Anschlägen bekannt.

Die Schabab-Miliz hat mehreren führenden Qaida-Mitgliedern Unterschlupf geboten, die wegen der Anschläge in Mombasa und der Attentate auf die US-Botschaften in Nairobi und Tansanias Hauptstadt Daressalam im Jahr 1998 gesucht wurden. Nummer eins auf der US-Fahndungsliste ist Fazul Abdullah von den Komoren, der an den Botschaftsanschlägen beteiligt gewesen soll. Er entkam im vergangenen Jahr bei einer Razzia in Kenia.

In Somalia herrscht seit 1991 Bürgerkrieg, die USA fürchten, dass das Land zu einem ähnlichen Zufluchtsort für radikalislamische Kämpfer wird wie das Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan.

ore/AFP/Reuters/AP