Terrorist Abu Nidal Selbstmord beim Polizeiverhör

Die Todesumstände von Abu Nidal sind jetzt offenbar geklärt. Der weltweit gesuchte Top-Terrorist erschoss sich demnach während eines Polizeiverhörs in seiner Wohnung.


Selbstmord: Abu Nidal (hier auf einem Bild von 1982)
REUTERS

Selbstmord: Abu Nidal (hier auf einem Bild von 1982)

Bagdad/Kairo - Sicherheitskräfte stürmten nach Angaben des irakischen Geheimdienstes die Wohnung Abu Nidals, um ihn wegen eines illegalen Grenzübertritts zu verhören. Sie hätten Abu Nidal erlaubt, sich in einem Nebenraum umzuziehen. Dort habe er sich eingeschlossen und mit einem Schuss in den Mund umgebracht.

Geheimdienstchef Taher Dschahil al-Habusch zeigte vor der Presse in Bagdad Fotos von der Leiche des palästinensischen Terroristen sowie gefälschte Pässe und Waffen, die in der Wohnung des 65-Jährigen gefunden wurden. Erstmals gab er offiziell zu, dass Abu Nidal bereits seit 1999 im Irak gelebt habe.

Al-Habusch behauptete, Abu Nidal habe "mit Unterstützung eines ungenannten Staates Aktionen geplant, die die Sicherheit des Iraks gefährden". Es bestehe aber kein Zusammenhang mit den derzeitigen US-Drohungen gegen den Irak.

Mitte der siebziger Jahre hatte Abu Nidal sich von der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) Jassir Arafats losgesagt, weil sie den Kampf gegen Israel nicht mehr entschlossen genug führe. Seitdem verübte seine Gruppe auch Anschläge auf führende PLO-Mitglieder. Der Organisation werden seit 1973 Anschläge zur Last gelegt, bei denen in 20 Ländern 300 Menschen getötet und 650 verletzt wurden.



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