Terrorpläne in Luxemburg Islamisten wollten EU-Gebäude angreifen

Eine Gruppe von muslimischen Fundamentalisten in Luxemburg hat offenbar Terroranschläge gegen Institutionen der Europäischen Union geplant. Offenbar spionierte die von einem Tunesier geführte Gruppe potenzielle Anschlagsziele per Video aus.


Hamburg - "Es ist nicht die einzige Hypothese, aber eine durchaus ernste", sagte der leitende Oberstaatsanwalt Robert Biever dem NDR-Magazin "Panorama", das heute ausgestrahlt wird. Dem Bericht zufolge hatten Fahnder im vergangenen Jahr bei den Islamisten Videobänder sichergestellt, auf denen unter anderem EU-Gebäude gefilmt wurden. Die Gruppe um den Tunesier Mohamed Kalifi werde verdächtigt, eine kriminelle Vereinigung gegründet zu haben.

Beamte hätten auch Propagandamaterial, Aufrufe zum "Heiligen Krieg", Anleitungen zum Bombenbau und gefälschte Pässe beschlagnahmt. Biever sagte, dass die EU-Institutionen auch im Ausland bekannt seien. "Und diese Leute visieren eben eher solche Objekte an", wurde er zitiert.

Laut "Panorama" überraschten Sicherheitskräfte Anfang 2003 zwei Islamisten, die den gleichen Bürokomplex des EU-Parlaments persönlich ausspionieren wollten. Biever habe dies bestätigt. Die Männer seien mit einem Auto mit Aachener Kennzeichen geflüchtet, das auf ein Mitglied des dortigen Aksa-Vereins zugelassen war.

Der Aachener Verein wurde 2002 vom Bundesinnenministerium verboten, genießt aber nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes vom vergangenen Jahr unter Auflagen weiter Rechtsschutz.



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