Terrorprozess in Detroit "Unterhosenbomber" bekennt sich schuldig

Der Sprengsatz in seiner Unterwäsche sollte ein US-Flugzeug in die Luft jagen - nur, weil die Bombe nicht zündete, entgingen die Passagiere dem Tod. Zwei Jahre nach dem Anschlagsversuch hat sich jetzt der Täter schuldig bekannt. Den Sprengstoff lobte er als "gesegnete Waffe".

Terrorverdächtiger Abdulmutallab (Archivaufnahme): Mordversuch in 289 Fällen
AFP/ US Marshals Service

Terrorverdächtiger Abdulmutallab (Archivaufnahme): Mordversuch in 289 Fällen


Detroit - Der als "Unterhosenbomber" bekannt gewordene Terrorverdächtige hat sich vor Gericht schuldig bekannt. Der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab soll Weihnachten 2009 versucht haben, auf einem Flug von Amsterdam nach Detroit eine Bombe zur Explosion zu bringen, die in seiner Unterhose versteckt war.

Knapp zwei Jahre nach dem gescheiterten Anschlag hatte der Prozess gegen den mutmaßlichen Attentäter am Dienstag vor dem Bundesgericht in Detroit begonnen. Ihm wird unter anderem Mordversuch in 289 Fällen vorgeworfen. Am zweiten Verhandlungstag bekannte sich Abdulmutallab nun schuldig in allen Anklagepunkten. Der Nigerianer sagte, er habe den Tod unschuldiger Moslems in aller Welt vergelten wollen. Die Bombe nannte er eine "gesegnete Waffe, um das Leben unschuldiger Moslems zu schützen".

Laut Anklage versuchte der heute 24-Jährige, den Sprengsatz kurz vor der Landung zu zünden. Die Bombe hatte er ins Flugzeug geschmuggelt. Der Anschlag schlug laut Anklage nur deswegen fehl, weil der Sprengstoff nicht richtig zündete. Andere Passagiere bemerkten Rauch und konnten den Mann überwältigen. Abdulmutallab erlitt schwere Verbrennungen. Im Krankenhaus erklärte der Verdächtige, er arbeite für al-Qaida im Jemen.

Er wollte als Märtyrer in den Himmel

Ziel des Angeklagten sei es gewesen, alle Insassen des Flugzeuges umzubringen, hatte Staatsanwalt Jonathan Tukel in seinem Eröffnungsplädoyer gesagt. "Er glaubte, er kommt in den Himmel, weil er ein Märtyrer ist."

Mit einem Urteil wird in etwa vier Wochen gerechnet. Sollte der Nigerianer schuldig gesprochen werden, droht ihm lebenslange Haft.

Der Prozess erfährt auch deswegen besondere Aufmerksamkeit, da Abdulmutallab mit dem Qaida-Prediger Anwar al-Awlaki in Verbindung gestanden haben soll. Der amerikanische Staatsbürger war jüngst im Jemen . Er galt als einflussreicher Propagandist des Terrornetzwerks und hatte lange auf einer "Todesliste" der US-Regierung gestanden; unter anderem, weil er junge Männer wie Abdulmutallab zu Terroranschlägen angestiftet haben soll.

Der vereitelte Terroranschlag des "Unterhosenbombers" von Detroit war die erste Attacke dieser Art in der Präsidentschaft von Barack Obama gewesen. Als Konsequenz wurden Sicherheitskontrollen auf Flughäfen verschärft und Körper-Scanner verstärkt eingeführt. Auch in Deutschland wurden diese Geräte getestet.

fab/dpa/AP

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Seite 1
wika 12.10.2011
1. Er bleibt ein Märtyrer …
… denn eines hat er zweifelsfrei geschafft und damit weiter den weltweiten Terror-Wahn befördert. Insbesondere die ordinäre Variante: *"Die American Angst vor der Arschbombe"* … Link (http://qpress.de/2011/07/07/american-angst-vor-der-arschbombe/), die ja inzwischen Kult geworden ist und nicht selten zu analen Übergriffen führt. Wenn man einen Verrückten jagt und dafür Abermillionen Menschen kontrolliert und überwacht, dann nenne ich das außergewöhnlichen Wahnsinn. Diese Aufmerksamkeit den täglich 3.000 der natürlichen Mortalität anheimfallenden Menschen in Deutschland entgegen gebracht würde am Jahresende - zusammengezählt - hunderte, wenn nicht tausende Mann-Jahre Leben geschenkt haben … nur dafür haben wir kein Auge. Hauptsache Horror. Will damit sagen, weniger Aufmerksamkeit für solchen Blödsinn und das Augenmerk mehr auf die Normalität gelegt ist am Ende gesünder und lebensfreundlicher.
Fred_MUC 12.10.2011
2. Das mit dem Paradies dauert noch etwas
Tqja, das mir der Abkürzung zum Paradies hat nun nicht geklappt. Ich wünsche dem Möchtegern-Attentäter ein langes Leben in US-amerikanischen Gefängnissen. Er kann ja in der Gefängniswäscherei arbeiten und sich die Zeit damit vertreiben die Unterhosen seiner Mithäftlinge zun säubern. Er hätte ein verdammt schönes Leben haben können. Er wollte es anders, und er hat seinen Vater mit seiner Aktion sehr bestraft. Jeder ist seines Glückes Schmied, nun soll er sein Schicksal geniesen. Auf das Paradies und die Jungfrauen muß er noch warten.
Anay2 12.10.2011
3. Ach, ganz plötzlich?
Ach, ganz plötzlich bekennt er sich schuldig? Vor kurzem wollte er noch, dass ein Augenzeuge für ihn aussagt, der gesehen hatte, wie Agenten ihn ohne Ticket und ohne Visum ins Flugzeug geleiteten. Na sowas aber auch. Die Sache stinkt ganz gewaltig.
graf_krolock 12.10.2011
4. Der Horror im Höschen
Zitat von wika… denn eines hat er zweifelsfrei geschafft und damit weiter den weltweiten Terror-Wahn befördert. Insbesondere die ordinäre Variante: *"Die American Angst vor der Arschbombe"* … Link (http://qpress.de/2011/07/07/american-angst-vor-der-arschbombe/), die ja inzwischen Kult geworden ist und nicht selten zu analen Übergriffen führt. Wenn man einen Verrückten jagt und dafür Abermillionen Menschen kontrolliert und überwacht, dann nenne ich das außergewöhnlichen Wahnsinn. Diese Aufmerksamkeit den täglich 3.000 der natürlichen Mortalität anheimfallenden Menschen in Deutschland entgegen gebracht würde am Jahresende - zusammengezählt - hunderte, wenn nicht tausende Mann-Jahre Leben geschenkt haben … nur dafür haben wir kein Auge. Hauptsache Horror. Will damit sagen, weniger Aufmerksamkeit für solchen Blödsinn und das Augenmerk mehr auf die Normalität gelegt ist am Ende gesünder und lebensfreundlicher.
Und Sie würden solche Publikationen dann auch lesen, die nur von der alltäglichen Normalität berichten? Also ich halte ja auch nicht jede qualmende Unterhose gleich für Wert eine Reportage darüber zu schreiben. Wenn es sich aber um ein derart gesegnetes Höschen handelt erscheint mir das schon berichtenswert. Schließlich wollen Fluggäste doch wissen warum ihnen Beamte an die Wäsche gehen und vielleicht auch erkennen können warum ihnen das sogar von Nutzen sein kann. Denn, mag Ihnen das Zahlenverhältnis auch unverhältnismäßig erscheinen, wenn es einen selbst oder einem nahe stehende Personen trifft ist das immer blöd.
kugelsicher99, 12.10.2011
5. .
Zitat von Anay2Ach, ganz plötzlich bekennt er sich schuldig? Vor kurzem wollte er noch, dass ein Augenzeuge für ihn aussagt, der gesehen hatte, wie Agenten ihn ohne Ticket und ohne Visum ins Flugzeug geleiteten. Na sowas aber auch. Die Sache stinkt ganz gewaltig.
Wie wäre es mal mit Belegen statt Behauptungen? Aber bitte ersparen sie uns Seiten ala Kopp Verlag und Co. KG.
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