Terrorwarnungen FBI-Zentrale soll Ermittlungen behindert haben

Die US-Bundespolizei FBI muss sich immer mehr Vorwürfe gefallen lassen, bei der Verhinderung von Terroranschlägen versagt zu haben. Ermittlungen einer Außenstelle gegen den "20. Mann" bei den Attentaten vom 11. September sollen von der Zentrale behindert worden sein.


Washington - FBI-Chef Robert Mueller kündigte eine interne Untersuchung an. Anlass ist ein nach Medienberichten scharf formulierter Brief des FBI-Außenpostens in Minneapolis (Minnesota) an einen Kongress-Ausschuss. Darin wird von massiver Behinderung der Ermittlungen im Fall von Zacarias Moussaoui Gesprochen. Moussaoui war vor den Anschlägen vom 11. September festgenommen worden und gilt als 20. Mitglied der Flugzeugentführer.

In dem Brief heißt es, Beamte in der FBI-Zentrale hätten unter anderem die Ausstellung von Durchsuchungsbefehlen abgelehnt und Mitarbeiter in Minneapolis wegen eines Hilfe-Ersuchens an den Geheimdienst CIA gerügt. Beweismaterial im Fall Moussaoui hätte zusammen mit einer Warnung aus einer FBI-Abteilung in Phoenix (Arizona) über mögliches Flugtraining von al-Qaida-Mitgliedern den Verdacht erregen müssen, "dass ein Terroranschlag bevorstand".

Die Vorwürfe stehen in krassem Widerspruch zu Äußerungen von Mueller. Dieser hatte gesagt, das FBI habe alles getan, um herauszufinden, ob Moussaoui Teilnehmer eines Terrorkomplotts war.

Moussaoui war drei Wochen vor den Anschlägen auf Grund des Hinweises einer Flugschule festgenommen worden. Die Schulleitung hatte das FBI darüber informiert, dass ein ausländischer Flugschüler nur daran interessiert sei, das Steuern einer Maschine zu lernen, nicht aber, wie man sie zur Landung bringt.



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