Texas Bush lässt wieder exekutieren

Im Staat des Präsidentschaftsbewerbers George W. Bush sollen in dieser Woche drei Menschen hingerichtet werden. Der zweite Todeskandidat wurde in der letzten Nacht exekutiert.


Huntsville - Wie US-Medien berichteten, starb der 32-jährige Schwarze Tony Chambers kurz nach 18 Uhr im Staatsgefängnis von Huntsville durch eine Giftinjektion. Chambers hatte im Jahr 1991 ein elfjähriges Mädchen entführt, vergewaltigt und dann erdrosselt. Er gestand die Tat.

Todeszelle in Texas
DPA

Todeszelle in Texas

Es war bereits die 37. Hinrichtung in Texas seit Jahresbeginn. Der Rekord aus dem Jahr 1997 wurde damit eingestellt. Seit Amtsantritt von Gouverneur George W. Bush im Jahr 1995 wurden in Texas 147 Männer und zwei Frauen hingerichtet, mehr als in allen anderen US- Bundesstaaten.

Am Dienstag war in Huntsville bereits ein Raubmörder hingerichtet worden. In den nächsten Wochen sind in Texas vier weitere Exekutionstermine angesetzt. Für Donnerstag war die umstrittene Hinrichtung des offenbar geistig behinderten Texaners John Paul Penry geplant, für den sich Gruppen von Todesstrafengegnern in aller Welt eingesetzt haben.

Bereits am Dienstag hatte der texanische Begnadigungsausschuss eine Umwandlung von Penrys Strafe in lebenslange Haft abgelehnt. Letzte Hoffnung für den 44-jährigen Texaner ist jetzt eine Begnadigung durch den Supreme Court in Washington. Gouverneur Bush könnte die Exekution Penrys um 30 Tage aufschieben. Bush hat jedoch von dieser Möglichkeit in der Vergangenheit kaum Gebrauch gemacht.

Penry hatte 1979 eine 22-jährige Frau vergewaltigt und mit einer Schere erstochen und war dafür zum Tode verurteilt worden.



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