Geplanter Anschlag auf Obama Katzenhaare belasten Texanerin als Paketbomberin

2016 wurden Pakete mit Sprengsätzen an Barack Obama und den texanischen Gouverneur Abbott abgeschickt. Eine Frau aus Texas ist wegen der Sendungen nun angeklagt worden.

Barack Obama
REUTERS

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In den USA ist eine 46-jährige Frau angeklagt worden, die Paketbomben an den damaligen US-Präsidenten Barack Obama und den texanischen Gouverneur Greg Abbott geschickt haben soll. Die Ermittler waren der Frau unter anderem dank Katzenhaaren und einem fast zerstörten Versandetikett mit ihrer Adresse auf die Schliche gekommen.

Die Frau hatte die beiden Pakete laut Gerichtsakten zusammen mit einer dritten Sendung an eine Sozialbehörde im Oktober 2016 auf die Post gegeben. Von den drei Paketen öffnete nur Abbott seines. Es explodierte den Ermittlern zufolge nur deshalb nicht, da der Politiker "es nicht wie vorgesehen öffnete". "Wäre es hochgegangen, hätte es zu schweren Verbrennungen und zum Tode führen können", heißt es in den Gerichtsakten. Die Sendung an Obama wurde laut "Guardian" vom Secret Service abgefangen.

Ermittlern zufolge war der improvisierte Sprengsatz an Abbott unter anderem mit einem Handy und einer Zigarettenschachtel hergestellt worden. An Obama sei eine ähnliche und an die Sozialbehörde die gleiche Konstruktion geschickt worden. Die Frau muss sich nun wegen dieser Sendungen vor einem Strafgericht in Houstonverantworten.

Verräterische Tabak-Banderole

Aus den Gerichtsdokumenten ergibt sich auch ein mögliches Motiv der Frau. Sie hatte demnach Sozialleistungen beantragt, die aber abgelehnt wurden. Auf Abbott war sie laut einem Polizisten zudem wütend, weil sie zu der Zeit, als dieser noch Staatsanwalt war, kein Geld von ihrem Ex-Mann erhielt. Sie soll auch gesagt haben, dass sie Obama nicht gemocht habe.

In ihrer Wut hinterließ die Frau offenbar zahlreiche Spuren. Das Paket an Abbott zierten den Ermittlern zufolge Reste eines Versandaufklebers mit der Adresse der nun Verdächtigen.

An der im Sprengsatz verwendeten Zigarettenschachtel fand die Polizei wiederum eine Steuermarke, die sie bis in das Geschäft zurückführte, in dem der Tabak verkauft wurde: Pall Mall, rot, erworben an einem Straßenladen nahe ihrem Heimatort Brookshire. Reste von den beiden brennbaren Pulvern in der Box seien schließlich in der Wohnung der Verdächtigen gefunden worden.

Das Paket an Obama indes konnte die Polizei deshalb der in U-Haft sitzenden Frau zuordnen, weil sich unter dem Versandaufkleber Katzenhaare befunden hatten. Ein FBI-Labor verglich sie mit den Haaren von den Katzen der Frau aus Texas - und landete einen Treffer.

apr/AP



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