Thailand Gericht will Haftbefehl gegen Ex-Regierungschefin erlassen

Eigentlich hätte das Urteil gegen Thailands Ex-Regierungschefin fallen sollen, ihr wird Steuerverschwendung vorgeworfen. Yingluck Shinawatra erschien allerdings nicht vor Gericht. Nun soll Haftbefehl gegen sie erlassen werden.
Shinawatra-Unterstützer in Bangkok

Shinawatra-Unterstützer in Bangkok

Foto: NARONG SANGNAK/ EPA/ REX/ SHUTTERSTOCK

Das Oberste Gericht Thailands hat kurz vor der Verkündung des Urteils im Verfahren gegen Yingluck Shinawatra angekündigt, einen Haftbefehl gegen sie beantragen zu wollen. Die ehemalige Regierungschefin war nicht vor Gericht erschienen, sie hatte um Vertagung aus Krankheitsgründen gebeten - nach Angaben des Gerichts fehlte ein ärztliches Attest.

"Wir glauben nicht, dass die Angeklagte krank ist", hieß es in einer Erklärung des Gerichts. "Wir glauben, die Angeklagte versteckt sich oder ist geflohen." Als neues Datum für eine Urteilsverkündung nannte das Gericht nun den 27. September.

Die Anklage wirft der 50-Jährigen Steuerverschwendung vor. Shinawatra soll dem Staat mit Subventionen für den Reisanbau - Grundnahrungsmittel in Thailand - Verluste in Milliardenhöhe verursacht haben. Mehr Hintergründe dazu lesen Sie hier.

Noch vor Beginn des geplanten letzten Prozesstages am Freitag hatten sich Tausende Unterstützer der früheren Regierungschefin vor dem Gebäude versammelt. Es war von mehreren Hundertschaften der Polizei abgeriegelt.

Yingluck ist die Schwester des früheren Regierungschefs Thaksin Shinawatra, der nach einer Verurteilung wegen Amtsmissbrauchs in Großbritannien im Exil lebt. 2011 wurde sie als erste Frau zur Ministerpräsidentin gewählt. Im Mai 2014 setzte das Verfassungsgericht sie ab. Kurz darauf putschte sich das Militär an die Macht, das bis heute regiert.

aar/dpa/AP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.