Fotostrecke

Thailand: Der rote Marsch der Millionen

Foto: SUKREE SUKPLANG/ REUTERS

Thailand Ministerpräsident reagiert auf Proteste

Seit Wochen protestieren Regierungsgegner in Bangkok - nun bewegt sich Thailands Ministerpräsident Abhisit: Er sprach mit Oppositionellen und das ganze Land konnte am Fernseher dabei sein. Offenbar fürchtet Abhisit eine Eskalation, doch vom Rücktritt ist er noch weit entfernt.

Bangkok - Nach wochenlangen Massenprotesten und einer drohenden Eskalation hat sich der thailändische Ministerpräsident Vejjajiva Abhisit überraschend der Opposition gebeugt und Verhandlungen zugestimmt. Beim ersten, live im Fernsehen übertragenen Gespräch am Sonntag zeigten sich beide Seiten aber zunächst unbeweglich.

Eine Delegation der sogenannten Rothemden bekräftigte die Forderung nach Neuwahlen. Abhisit sagte, er sei nicht sicher, ob damit tatsächlich die Probleme gelöst würden. Im Anschluss blieb die Lage in Bangkok angespannt. Tausende Demonstranten warteten im Zentrum der Hauptstadt auf Anweisungen ihrer Führung.

Am Samstag noch hatten die Rothemden gedroht, mehrere von Soldaten geschützte Orte zu stürmen. Erst am Sonntagmorgen erklärte sich Abhisit dann bereit, mit seinen Gegnern vor die Kameras zu treten, "um den Frieden wiederherzustellen und die Gefahr von Gewalt zu minimieren".

Die Proteste verlaufen friedvoll - und blutig

Die Massenproteste in Bangkok begannen am 12. März. Die Anhänger des 2006 gestürzten Regierungschefs Thaksin Shinawatra fordern Abhisits Rücktritt und Neuwahlen. Sie haben sich zu Wortführern der armen Landbevölkerung gegenüber dem Establishment der Hauptstadt gemacht. Ihr Vorwurf: Abhisit sei illegal mit Hilfe des Militärs und einflussreicher Personen aus der herrschenden Klasse an die Macht gekommen. Nur Neuwahlen können nach ihrer Darstellung die Integrität der thailändischen Demokratie wiederherstellen.

Regierungschef Abhisit Vejjajiva hat die Rückendeckung der Armee, der Monarchisten und der alten Bangkoker Eliten.

Abhisit war im Dezember 2008vom thailändischen Parlament zum Ministerpräsidenten gewählt worden. Zuvor war der bisherige Ministerpräsident Somchai Wongsawat vom Verfassungsgericht zum Rücktritt gezwungen worden. In den Augen der damaligen Opposition war Somchai ohnehin nur ein Handlanger seines Schwagers - des früheren Regierungschefs Thaksin.

Thaksin war von 2001 bis 2006 im Amt. 2008 wurde er wegen Machtmissbrauchs zu zwei Jahren Haft verurteilt. Er floh aus dem Land und hält sich seitdem in Dubai auf. Seine Anhänger hat er noch im Norden und Nordosten Thailands, wo er geboren ist.

Zu Gewalt kam es bei den Protesten bisher nicht. Manche Demonstranten verschenkten gar Rosen an Polizisten. Doch die Regierungsgegner griffen schon zu drastischen Mitteln: So spendeten Mitte März Tausende Oppositionelle Blut, das dann vor die Türen des Regierungssitzes gekippt wurde.

bim/dpa/APD
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.