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14. Februar 2014, 08:51 Uhr

Proteste in Bangkok

Thailändische Polizei drängt Regierungsgegner zurück

Seit Wochen besetzten sie zwei Straßenkreuzungen - nun wurden die Demonstranten in Bangkok von der thailändischen Polizei vertrieben. Die Schutzschilde und Schlagstöcke kamen bei der Operation nicht zum Einsatz.

Bangkok - In den Streit zwischen Regierungsgegnern und Staat in Thailand kommt wieder Bewegung: Etwa 2000 mit Schutzschilden und Schlagstöcken ausgerüstete Beamte haben Demonstranten von zwei Straßenkreuzungen, die zum Regierungsviertel führen, zurückgedrängt. Das erklärte Paradorn Pattanatabut, der Vorsitzende des Nationalen Sicherheitsrates, im Sender Spring News TV. Bei dem Einsatz der thailändischen Polizei sei jedoch keine Gewalt angewendet worden.

Obwohl sie vorerst von ihren Posten vertrieben sind, wollen die Regierungsgegner jedoch nicht aufgeben: "Wir werden diese Kreuzungen zurückerobern, da diese Gebiete uns gehören", sagte ein Sprecher der Protestbewegung dem Sender Spring News.

Die Polizei in Bangkok war am Morgen mit dem Auftrag ausgerückt, mehrere seit Wochen von Demonstranten besetzte Gebiete in Bangkok wieder unter ihre Kontrolle zu bekommen. "Unsere Strategie ist es, langsam vorzugehen und uns von äußeren Bereichen nach innen vorzuarbeiten", sagte der landesweite Polizeichef Adul Saengsingkaew. "Wir wenden keine Gewalt an, Verhandlungen sind unsere Hauptstrategie." Bereits am Vortag hatte Paradorn Pattanatabut den entsprechenden Plan zum gewaltlosen Vorgehen angekündigt.

Regierungsgegner harren seit Wochen an mehreren Stellen in Bangkok aus. Sie wollen die Regierung um Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra zu Fall bringen. Auch bei der Parlamentswahl in Thailand Anfang Februar blockierten sie die Wahllokale und hinderten so Hunderttausende Bürger daran, ihre Stimmen abzugeben. Mittlerweile wächst in der Bevölkerung der Unmut über die Methoden der Demonstranten.

vek/dpa/Reuters

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