Tod von Bhumibol Thailänder zwingen Landsleute zur Trauer

In Thailand ist die Trauer um den verstorbenen König Bhumibol in Wut umgeschlagen. Eine Frau soll gezwungen worden sein, vor einem Porträt des Verstorbenen niederzuknien.
Trauer um den langjährigen Monarchen

Trauer um den langjährigen Monarchen

Foto: Diego Azubel/ dpa

Nach dem Tod von Thailands König Bhumibol hatte Regierungschef Prayut Chan-o-cha die offizielle Staatstrauer auf ein Jahr angesetzt. Die Menschen sollten schwarz tragen, keine Feiern und Festlichkeiten organisieren. Doch nicht alle Menschen scheinen sich daran zu halten. So kam es jetzt vermehrt zu Übergriffen auf Menschen, die nach Meinung einiger Landsleute nicht ausreichend Respekt zeigten.

So wurde eine Frau auf Koh Samui von einer aufgebrachten Menge gezwungen, vor dem Königsporträt niederzuknien und sich zu entschuldigen, berichteten Medien. Gegen sechs Thailänder werde zudem wegen Majestätsbeleidigung ermittelt, sagte ein Mitarbeiter des Regierungschefs.

Majestätsbeleidigung kann mit 15 Jahren Haft geahndet werden. Das Gesetz wird weitreichend angewandt. Auch mangelnde Trauerbekundung kann zur Anzeige führen. So wurden zuletzt mehrfach Menschen bedroht, die Fotos von sich in bunter Kleidung veröffentlichten. Bhumibol war am Donnerstag im Alter von 88 Jahren gestorben.

Derweil wurde bekannt, dass Maha Vajiralongkorn, Sohn von Bhumibol, die Nachfolge seines verstorbenen Vaters Bhumibol frühestens in einem Jahr antreten möchte. Das verkündete Regierungschef Prayut Chan-o-cha am Samstagabend überraschend in einer Fernsehansprache. Sorgen vor einem Machtvakuum baute er aber vor: Der Prinz habe an das Volk appelliert, sich keine Gedanken über die Thronfolge zu machen, sagte Prayut. Nach der Verfassung ist der Vorsitzende des Kronrats, eines Beraterstabs des Königs, Regent. Der Mann, Prem Tinsulanonda, ist 96 Jahre alt.

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König Bhumibol: Trauer um den Dauer-Monarchen

Foto: © Damir Sagolj / Reuters/ REUTERS
mho/dpa/AFP
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