Thailand Yingluck schart superreiche Minister um sich 

Thailands neue Regierungsmannschaft ist gespickt mit Millionären. Fast zwei Drittel der 36 Kabinettsmitglieder hat ein Vermögen von mehr als einer Million Dollar. Ministerpräsidentin Yingluck ist aber nur die zweitreichste Person in der Regierung. 

Thailands Ministerpräsidentin Yingluck: Die Frau mit den sieben Hermes-Taschen
DPA

Thailands Ministerpräsidentin Yingluck: Die Frau mit den sieben Hermes-Taschen


Bangkok - Die Regierungsmannschaft der neuen thailändischen Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra ist reich, sehr reich: Fast zwei Drittel der 36 Kabinettsmitglieder der im August ins Amt gekommenen Regierungschefin sind Millionäre.

Laut der am Mittwoch von der staatlichen Antikorruptionskommission herausgegebenen Liste der Vermögen aller Regierungsmitglieder ist Yingluck - die Schwester des reichsten Mannes des Landes - mit umgerechnet knapp 13 Millionen Euro Vermögen aber nur die zweitreichste Person im Kabinett.

Das Vermögen ihres älteren Bruders Thaksin Shinawatra wurde einst auf rund 1,5 Milliarden Euro geschätzt. Doch große Teile davon wurden von den thailändischen Behörden einkassiert, als Thaksin 2006 durch einen Militärputsch aus dem Amt des Ministerpräsidenten vertrieben wurde. Zuletzt soll er noch über 440 Millionen Euro verfügt haben.

Yingluck führt in der Liste ihrer Besitztümer, die thailändische Minister bei Antritt und Ausscheiden aus der Regierung abgeben müssen, unter anderem sieben Hermes-Taschen auf, die teuerste im Wert von über 8000 Euro, acht Autos, davon ein Porsche Cayman, und ein Haus mit eigenem Fußballplatz.

Angeführt wird die Liste vom Wissenschafts- und Technologieminister Plodprasop Suraswadi, der sein Vermögen mit umgerechnet knapp 23 Millionen Euro angegeben hat. Plodprasop war den größten Teil seiner Karriere für die Regierung im Zusammenhang mit natürlichen Ressourcen tätig. Unter anderem war er Direktor der Fischerei- und Forstbehörde.

Yinglucks Amtsvorgänger Abhisit Vejjajiva gab bei seinem Ausscheiden ein Vermögen von umgerechnet 1,28 Millionen Euro an. Im Dezember 2008 kam er mit umgerechnet 1,23 Millionen auf dem Konto ins Amt.

amz/dapd



insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
RaMaDa 28.09.2011
1. Money, money, money
Denke immer daran: Geld ist nicht alles. Aber denke auch daran, zunächst viel davon zu verdienen, ehe du so einen Blödsinn denkst.
otto huebner 29.09.2011
2. und das sind nur die ................
Zitat von sysopThailands neue Regierungsmannschaft ist gespickt mit Millionären. Fast zwei Drittel der 36 Kabinettsmitglieder*hat ein Vermögen von mehr als einer Million Dollar.*Ministerpräsidentin Yingluck ist aber nur die zweitreichste Person in der*Regierung.* http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,788961,00.html
deklarierten vermoegen. also muss man grundsaetzlich davon ausgehen das noch viel mehr vermoegen vorhanden ist.
Ephraim 29.09.2011
3. Tranzparenz
Soviel Transparenz würde man sich doch mal hier wünschen. Denke nicht, dass unsere Regierung aus Kirchenmäusen besteht :).
pinero 29.09.2011
4. Um den mehrmaligen Wahlerfolg dieser Leute zu verstehen...
...muss man sich ein wenig mit den politischen Hintergründen der Taksim-Ära und der Philosophie des Norden Thailands beschäftigen. Die alten, z.T. etwas weniger reichen Eliten aus Bangkok, haben jahrzehntelang eine Gesellschaft geprägt, in der Armut und Zugehörigkeit zur Unterschicht quasi ein Geburtsmerkmal war. Sozialer Aufstieg war nicht vorgesehen, der Armeechef hat die Armen noch nach der letzten Wahl als "zu ungebildet, um politische Zusammenhänge zu verstehen" bezeichnet. Die "Rothemden", speziell die Shinawatra-Familie, hat sich zwar auch bereichert, verfolgt aber eine Politik, bei der sich die Thais aus ärmeren Schichten ebenfalls Aufstiegschancen erhoffen (und zum Teil bereits erfahren konnten). Nach deren Philosophie soll jeder Thai die Chance haben, ebenso aufzusteigen. Dazu dienen Maßnahmen wie Mindestlöhne, mehr kostenfreie Bildungschancen, Programme für den ländlichen Raum bishin zu engagierten internationalen Patentanmeldungen für dort angebaute Reissorten etc. Diese politische Philosophie entspringt der Lanna-Kultur im Nordwesten Thailands, die grob gesagt zunächst davon ausgeht, dass es "mir gut geht, wenn es meiner Umgebung gut geht". Die Thais wählen die "Rothemden" nicht wegen ihres Reichtums, sondern wegen ihrer Grundhaltung, dass jeder Thai eine Chance auf Aufstieg haben soll. In einem Land, in dem ansonsten jegliche sozialistische Bewegungen verboten sind, macht das selbst Millionäre zu Sozialrevolutionären.
Altesocke 29.09.2011
5. Als Politiker musst du , mindestens, reich werden!
Zitat von RaMaDaDenke immer daran: Geld ist nicht alles. Aber denke auch daran, zunächst viel davon zu verdienen, ehe du so einen Blödsinn denkst.
Es waren mal die 3 'S', im Leben der Thais: Sanuk, sabai, suai (Spass, entspannt/gesund, schoen) Jetzt sind es 4 'S' Satang, Satang, Satang, Satang (Geld,...,...,...) Damit ist zumindest mal die Lobby der 'Vorteilsannehmer' ausreichend plaziert. Weil es ist nicht davon auszugehen, das diese Personenn ihr Vermoegen sozialisieren wollen. In Thailand gibt es da ja 'Tamboon' = Beduerftigen geben/helfen. Nur ueberwiegend mit dem Geld anderer. Weil es interessiert ja nicht, wo das Geld herkommt, sondern wer es einem zuschiebt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.