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07. Juni 2019, 07:05 Uhr

Großbritannien

May gibt Parteivorsitz ab - Nachfolger bringen sich in Stellung

Rückzug Teil eins: Für Theresa May endet an diesem Tag ihre Zeit als Parteichefin der britischen Konservativen. Die Regierung führt sie noch weiter. Ausgerechnet Rivale Boris Johnson könnte ihr nachfolgen.

Der Abtritt ist formal unspektakulär: Keine Pressekonferenz, keine Ansprache - ein Brief beendet am heutigen Freitag offiziell Theresa Mays dreijährige Zeit an der Spitze der Konservativen Partei in Großbritannien. Im Zuge der Brexit-Querelen kündigte sie kürzlich ihren Rücktritt an.

Gleichzeitig beginnt die Ausschreibung für eine Nachfolge. Der Sieger des mehrstufigen Prozesses soll bis Ende Juli feststehen - und wird May dann auch an der Regierungsspitze ablösen.

Das Feld der Bewerber ist groß: Elf Kandidaten haben Interesse bekundet. Am Montag werden die Nominierungen für Mays Nachfolge entgegengenommen. Die besten Chancen werden Ex-Außenminister Boris Johnson eingeräumt. Der umstrittene Politiker ist zwar als Chefdiplomat in viele Fettnäpfchen getreten. Ihm wird aber zugetraut, enttäuschte Brexit-Wähler, die sich von den Konservativen abgewendet haben, wieder zurückzugewinnen. Auch der sehr gut vernetzte Umweltminister Michael Gove hat viele Unterstützer.

May hatte es nicht geschafft, das Parlament auf einen gemeinsamen Brexit-Kurs einzuschwören. Sie war mit ihrem Brexit-Deal drei Mal im Unterhaus durchgefallen. Einige der Bewerber wollen nun das gescheiterte Abkommen mit Brüssel nachverhandeln und im Zweifel auch ohne Deal austreten. Die Frist für den EU-Austritt wurde inzwischen zwei Mal verlängert. Sie endet nun am 31. Oktober.

Video: Die Premierministerin, die aus der Reihe tanzte

Brexit-Partei setzt Konservative unter Druck

Die Konservativen stehen seit der Europawahl Ende Mai heftig unter Druck von rechts. Die neue Brexit-Partei von Nigel Farage hatte es mit knapp 32 Prozent der Stimmen aus dem Stand zur stärksten Kraft geschafft. Die Tories wurden abgestraft und kamen nur noch auf rund neun Prozent.

Bei seinem Staatsbesuch in dieser Woche hatte sich US-Präsident Donald Trump bereits mit mehreren der möglichen Nachfolger Mays getroffen. Er bescheinigte - entgegen allen diplomatischen Gepflogenheiten - Johnson ausgezeichnete Fähigkeiten für das Amt des Partei- und Regierungschefs. Die USA und Großbritannien streben ein großes Handelsabkommen nach dem EU-Austritt Londons an.

mho/dpa

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