Einflussreicher Tory-Politiker Brady will sich offenbar um May-Nachfolge bewerben

Wer folgt auf Theresa May? Graham Brady, der Vorsitzende des einflussreichen Komitees 1922 der Konservativen Partei, gibt seinen Posten auf - um sich für den Parteivorsitz zu bewerben?

Graham Brady in London
Simon Dawson/ REUTERS

Graham Brady in London


Er ist ein möglicher Kandidat für die Nachfolge der britischen Premierministerin Theresa May: Graham Brady. Jetzt hat er bestätigt, seinen Posten als Chef des wichtigen 1922-Komitees in der Tory-Fraktion aufzugeben. Er sei von einer Reihe Kollegen gebeten worden, sich als Kandidat für den Posten des Tory-Chefs aufstellen zu lassen, teilte Brady dazu mit. Sein Rücktritt von der Spitze des Komitees sollte diesen Prozess so transparent wie möglich ablaufen lassen.

May hatte am Freitag bekannt gegeben, dass sie ihr Amt als Parteichefin am 7. Juni abgeben wolle. Dann beginnt das offizielle Auswahlverfahren für einen Nachfolger. Britische Medien rechnen mit bis zu 20 Tories, die kandidieren wollen, obwohl das bisher nur wenige offiziell bestätigt haben.

Im Video: May gibt ihren Rücktritt bekannt

Yui Mok / AP

Ex-Außenminister Boris Johnson gilt als aussichtsreichster Kandidat. Umfragen zufolge ist er mit großem Abstand der Favorit der Mitglieder der Konservativen. Anders in der Fraktion der Partei: Dort ist er weniger populär. Viele trauen ihm jedoch zu, enttäuschte Brexit-Wähler, die sich von den Konservativen abgewendet haben, wieder zurückzugewinnen.

Johnson war der Frontmann der konservativen Brexit-Befürworter im Wahlkampf vor dem Referendum im Jahr 2016. Der BBC sagte er am Rande einer Veranstaltung zur Frage nach seinen Ambitionen auf den Posten als Premierminister: "Natürlich stehe ich dafür bereit".

Auch dem ehemaligen Brexit-Minister Dominic Raab werden Chancen auf das Amt des Regierungschefs ausgerechnet. Anders als Johnson wird ihm kaum Kompromissbereitschaft zugetraut. Einen No-Deal-Brexit dürfte er in Kauf nehmen, sollte sich die EU nicht zu großzügigen Zugeständnissen durchringen.

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Mays Karriere in Bildern: Die Brexit-Premierministerin

Außenminister Jeremy Hunt könnte ebenfalls kandidieren. Er hatte beim Brexit-Referendum 2016 gegen den EU-Austritt gestimmt, später aber eine Wandlung zum Brexiteer vollzogen. Viele glauben, dass Hunt sich damit schon in Position bringen wollte für die May-Nachfolge.

Unter den möglichen Anwärtern befinden sich aber auch weitere britische Polit-Promis wie Umweltminister Michael Gove oder Andrea Leadsom, die aus Protest gegen Mays Brexit gerade erst zurückgetreten ist. Leadsom war im Kabinett für Parlamentsfragen verantwortlich.

Video: Mays Amtszeit - Pleiten, Pech und viel Humor

DPA/ PA Wire

vks/dpa

insgesamt 3 Beiträge
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thomas haupenthal 24.05.2019
1. Wer...
...nachfolgt, ist doch nun wirklich egal, die EU tangiert das nur noch sehr peripher. So gesehen hätte May auch bleiben können, denn die Situation ändert sich keinen Deut, egal ob BoJo, Leadsom oder Lord Woldemore bei der Queen vorbeischauen. Das einzig Gute ist, dass es jetzt endgültig auf enen "harten"Brexit hinausläuft. So hat man dann im Oktober das, was man schon im März hätte haben können, nur mit dem Unterschied, dass dieser unsägliche Farage noch einmal die große Bühne kapern durfte. Das war, soweit es die EU angeht, unverzeihlich, hat aber auch die Verhältnisse klargestellt. Vielleicht besser so.
baerenfreund-tim 24.05.2019
2.
welcher neue britische Scherzkeks auch kommt... hauptsache Europa kümmert sich um sich selber
pvonwerther 24.05.2019
3. May-nachfolge?!?
WHO the hell is now Bra(n)dy??? Wir als Kontinental-Europäer sind ein wenig überfordert um in die hintersten Tiefen der Partei-Soziologie einzutauchen ; jeder englische Monarch im elisabethanischen- the first Zeitalter hätte das gesamte Parlament "enthauptet" und wäre zu Neuen Ufern aufgebrochen ! Nun kann es nur schnellmöglichste Neuwahlen in GB geben...
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