Libyen De Maizière rechnet mit mehr als 200.000 Flüchtlingen aus Afrika

Entwicklungsminister Müller schätzt, dass "100.000 bis 200.000 Afrikaner" sich auf eine Überfahrt nach Europa vorbereiten. Sein Kabinettskollege de Maizière rechnet damit, dass es mehr werden.

Flüchtlingsboot vor Lampedusa (Archivbild)
AFP

Flüchtlingsboot vor Lampedusa (Archivbild)


Die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland sinkt derzeit - doch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) rechnet offenbar damit, dass vor allem aus afrikanischen Ländern weiter zahlreiche Menschen versuchen werden, nach Europa zu gelangen.

Bei der Vorstellung neuer Flüchtlingszahlen in Berlin nahm der Minister Bezug auf eine von seinem Kabinettskollegen Gerd Müller genannte Zahl. Die Prognose des CSU-Entwicklungsministers von bis zu 200.000 Menschen aus Staaten südlich der Sahara, die in Libyen auf ihre Überfahrt warten, halte er noch "eher für zu niedrig", so de Maizière.

"Wahrscheinlich sind auch in Afrika insgesamt eine deutlich höhere Zahl von Menschen, die sich mit dem Gedanken tragen, nach Europa zu kommen." Das bedeute allerdings nicht, dass alle diese Menschen nach Deutschland kämen.

Müller hatte der "Rheinischen Post" gesagt: "Nach unseren Informationen warten allein in Libyen 100.000 bis 200.000 Afrikaner." Die Schlepperbanden seien bereits "voll in Aktion". Darum benötige die libysche Regierung dringend "Autorität, Institutionen, Ausbildung von Polizei und den Ausbau der Küstenwache".

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Die weiter sinkende Zahl der Asylanträge führt das Bundesinnenministerium auf die geschlossene Balkanroute und vermehrte Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber zurück. Im März wurden demnach rund 20.600 Flüchtlinge von den Ländern erfasst, nachdem im Dezember noch mehr als 120.000 Flüchtlinge im sogenannten Easy-System registriert worden waren.

cht/Reuters/AFP

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