Tibet Mönche fordern Rückkehr des Dalai Lama

Den von Chinas Regierung organisierten Besuch ausländischer Journalisten nutzten sie für ihren Protest: Aufgebrachte tibetische Mönche haben für kulturelle Freiheit in Tibet demonstriert und die Rückkehr des Dalai Lama gefordert.


Luqu - Sie hatten tibetische Fahnen dabei und demonstrierten gegen Unterdrückung und für den Dalai Lama: Trotz massiver Unterdrückung haben tibetische Mönche erneut die Unabhängigkeit und die Rückkehr des Dalai Lama gefordert. Sie nutzten eine Pressereise ausländischer Journalisten, um ihr Anliegen in die Weltöffentlichkeit zu bringen.

Demonstration für den Dalai Lama: Tibetische Mönche des Klosters Labrang in China
REUTERS

Demonstration für den Dalai Lama: Tibetische Mönche des Klosters Labrang in China

Die Mönche des Klosters Labrang in Xiahe in der an Tibet grenzenden chinesischen Provinz Gansu unterbrachen das straffe Programm der Pressereise und riefen ihre Forderungen. Am Anfang hätten sich etwa zwölf Mönche an der Aktion beteiligt, sagte ein Mönch. Später seien nochmal so viele dazu gekommen. Die Demonstration habe etwa zehn Minuten gedauert. "Jetzt wird es natürlich Verhaftungen geben", sagte der Mönch, der ungenannt bleiben wollte. Allein in Labrang seien seit Beginn der Protestbewegung Mitte März 20 Mönche verhaftet worden, von denen bisher nur drei oder vier wieder frei seien. In ganz Gansu habe er von etwa 2000 Verhaftungen gehört.

Ein Reporter des US-Fernsehsenders ABC sagte, ein Mönch habe sich gesondert an die Journalisten gewandt und erklärt: "Wir wollen Menschenrechte, wir wollen den Dalai Lama zurück, wir wollen unsere Religion und Kultur erhalten." Beamte des Außenministeriums hätten die Protestaktion beobachtet, aber nicht eingegriffen.

Die amtliche chinesische Agentur Xinhua meldete, nach der Störung im Kloster Labrang sei das Programm planmäßig fortgesetzt worden.

Bereits vor zwei Wochen hatten Mönche während einer sorgsam vorbereiteten Reise ausländischer Reporter in Lhasa demonstriert.

Bei den Unruhen Mitte März kamen nach Angaben der Behörden 22 Menschen ums Leben. Tibetische Exilgruppen nannten hingegen eine Zahl von mindestens 140 Todesopfern.

hen/AP



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