Ukraine Timoschenko droht Anklage wegen Mordes

Neue Vorwürfe gegen die inhaftierte Oppositionsführerin Julija Timoschenko: Die Generalstaatsanwaltschaft plant einem Zeitungsbericht zufolge die erkrankte ukrainische Ex-Regierungschefin erneut anzuklagen - dieses Mal wegen Mordes an einem Geschäftsmann.

Timoschenko: "Beweise, die eine direkte Beteiligung an der Ermordung bestätigen"!
AFP

Timoschenko: "Beweise, die eine direkte Beteiligung an der Ermordung bestätigen"!


Kiew - Die ukrainische Justiz will die schwer erkrankte Oppositionsführerin Julija Timoschenko demnächst des Mordes anklagen. Das berichtet die Zeitung "Kommersant". Derzeit warte die Generalstaatsanwaltschaft die Genesung der Ex-Regierungschefin ab.

"Wir haben Beweise, die eine direkte Beteiligung von Julija Timoschenko an der Ermordung von Jewgen Schtscherban bestätigen", sagte ein hochrangiger Vertreter der Generalstaatsanwaltschaft der Zeitung. "Wir können Timoschenko nicht anklagen, weil sie krank ist. Sobald sie genesen ist, wird Anklage gegen sie erhoben." Die Justiz rechne damit, dass dies Ende Juni oder Anfang Juli der Fall sein werde.

Generalstaatsanwalt Wiktor Pschonka wollte sich auf Nachfrage nicht zu dem Zeitungsbericht äußern. Ende 2011 hatte einer seiner Stellvertreter Timoschenko mit dem Mord in Verbindung gebracht. Demnach könnte ein Unternehmen, das die Ex-Regierungschefin kontrollierte, für das Verbrechen bezahlt haben.

Im November 1996 war der Geschäftsmann und Abgeordnete Schtscherban auf dem Flughafen der Industriestadt Donezk beim Verlassen eines Privatjets mit seiner Frau und zwei weiteren Menschen von als Polizisten verkleideten Männern erschossen worden. Mehrere Männer wurden 2003 schuldig befunden, die Tat ausgeführt zu haben. Die Auftraggeber hat die Justiz bis heute aber nicht ermittelt.

Zunächst soll Timoschenko in dem Fall nun als Zeugin benannt worden. Die inhaftierte Oppositionsführerin habe den "Status einer Zeugin", bestätigte Staatsanwalt Pschonka am Mittwoch vor Journalisten in Kiew. Es seien Ermittlungen im Gange, um die Auftraggeber des "schweren Verbrechens" zu finden.

Regierungskritiker in Kiew fürchten, die Anklageerhebung gegen Timoschenko solle bis nach der Fußball-EM, die am 8. Juni beginnt, verschleppt werden.

Timoschenko verbüßt seit Oktober eine siebenjährige Haftstrafe wegen Machtmissbrauchs während ihrer Zeit als Regierungschefin. Der Westen sieht ihre Haftstrafe als politisch motiviert an. Timoschenko wird derzeit wegen mehrerer Bandscheibenvorfälle in einem Krankenhaus behandelt.

heb/beb/AFP



insgesamt 10 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
darmstädter 30.05.2012
1. Vermutung
Dass Sie keine weisse West hat kann man sich denken, das dürfte für einige "Geschäftsleute" in dem Land gelten. Doch warum ißt ihr Europa aus der Hand könnte man sich fragen nach den letzten Boykottaufrufen? Vielleicht weil sie eine pro Banken Einstellung hat und die Westbanken in die Ukraine reinlassen will, die prorussische Regierung das aber verhindern will und bisher verhindert hat (gilt genauso für RUS und BEL)? Und unsere Politiker, die von Banken gekauft sein könnten, genauso wie Obama, dessen Wahlkampf fast ausschliesslich vom Finanzsektor finanziert wurde und wird, machen nichts anderes als Punkte bei denen die Macht und Geld haben.
Emil Peisker 30.05.2012
2. was "denken können"
Zitat von darmstädterDass Sie keine weisse West hat kann man sich denken, das dürfte für einige "Geschäftsleute" in dem Land gelten. Doch warum ißt ihr Europa aus der Hand könnte man sich fragen nach den letzten Boykottaufrufen? Vielleicht weil sie eine pro Banken Einstellung hat und die Westbanken in die Ukraine reinlassen will, die prorussische Regierung das aber verhindern will und bisher verhindert hat (gilt genauso für RUS und BEL)? Und unsere Politiker, die von Banken gekauft sein könnten, genauso wie Obama, dessen Wahlkampf fast ausschliesslich vom Finanzsektor finanziert wurde und wird, machen nichts anderes als Punkte bei denen die Macht und Geld haben.
Ist das die ukrainische Form von Beweisführung, dass Sie sich was "denken können" Unterirdisches Statement.
laudato 30.05.2012
3. Wer ist der Berater der Bundesregierung ?
Es ist erstaunlich wie schnell die Bundesregierung sich für den Boykott entschieden hat , kannte sie nicht die Hintergründen des Fall Timoschenkos oder haben die Ereignissen die Kanzlerin auf dem emotionalen Fuss erwischt . Oder vielleicht war der Versucht die Wahlen in den letzten Minuten zu retten ?
geroelleimer 30.05.2012
4. ja da schau her
Zitat von darmstädterDass Sie keine weisse West hat kann man sich denken, das dürfte für einige "Geschäftsleute" in dem Land gelten. Doch warum ißt ihr Europa aus der Hand könnte man sich fragen nach den letzten Boykottaufrufen? Vielleicht weil sie eine pro Banken Einstellung hat und die Westbanken in die Ukraine reinlassen will, die prorussische Regierung das aber verhindern will und bisher verhindert hat (gilt genauso für RUS und BEL)? Und unsere Politiker, die von Banken gekauft sein könnten, genauso wie Obama, dessen Wahlkampf fast ausschliesslich vom Finanzsektor finanziert wurde und wird, machen nichts anderes als Punkte bei denen die Macht und Geld haben.
Sie sollten sich mal ein wenig informieren, bevor sie hier Ihre Meinung kundtun. Ihre Meinung empfinde ich schon als grenzwertig
Grafsteiner 30.05.2012
5. Glaubte die allen Ernstes,
dass sie mit ihren Krankheitsmätzchen für die westlichen Medien den jetzigen Präsident der Ukraine, Wiktor Janukowytsch ans Bein p..... konnte? Dafür hat sie selbst viel zu viel Dreck am Stecken, die Heilige der ukrainsichen Gasverteilung.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.