Tod im Exil Georgischer Präsidentengegner stirbt in London - Polizei schöpft Verdacht

Von gesundheitlichen Problemen war nichts bekannt: Umso überraschter und bestürzter sind die Anhänger des georgischen Oppositionschefs Patarkatsischwili, dass ihr Anführer tot ist - gestorben im britischen Exil an Herzversagen. Die britische Polizei stuft den Fall als "verdächtig" ein.


London/Moskau - Die britische Polizei hat den Tod des georgischen Oppositionsführers Badri Patarkatsischwili in London als "verdächtig" eingestuft. Die zuständige Polizei von Surrey teilte mit, der Tod werde als "verdächtig" behandelt, wie dies mit allen unerwarteten Todesfällen geschehe. Die Leiche werde wahrscheinlich noch heute obduziert, um die genaue Todesursache festzustellen, sagte eine Polizeisprecherin. Hinweise auf Verbrechen lägen der Polizei aber bislang nicht vor.

Badri Patarkatsischwili: Tod in London
REUTERS

Badri Patarkatsischwili: Tod in London

Patarkatsischwili war Gegenspieler des georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili. Die russische Agentur Interfax meldete heute unter Berufung auf Mitarbeiter des Oligarchen, er sei gestern Abend im Alter von 52 Jahren an Herzversagen gestorben. Der Milliardär war in seiner Heimat von der Justiz beschuldigt worden, ein Attentat auf einen Politiker geplant und einen Staatsstreich vorbereitet zu haben. Der in Großbritannien und Israel lebende Oppositionelle wies diese Vorwürfe von sich.

Bei der Präsidentenwahl in Georgien Anfang Januar hatte Patarkatsischwili knapp sieben Prozent der Stimmen erhalten und war damit Amtsinhaber Saakaschwili klar unterlegen. Patarkatsischwili war Mitinhaber des größten regierungskritischen Fensehsenders Georgiens, Imedi TV, und war vom Ausland aus zur Wahl angetreten.

Anhänger der georgischen Opposition zeigten sich bestürzt über die Nachricht aus London. Von gesundheitlichen Problemen Patarkazischwilis sei nie etwas bekannt gewesen, sagte die frühere Schachweltmeisterin Nona Gaprindaschwili nach Angaben georgischer Medien.

phw/dpa/AFP



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