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05. September 2012, 09:14 Uhr

Buch über Bin-Laden-Einsatz

Pentagon verstärkt Vorwürfe gegen Ex-Elitesoldat

Das US-Verteidigungsministerium erwägt rechtliche Schritte gegen einen früheren Elitesoldaten. Der Mann hatte ein Buch über die Kommandoaktion gegen Osama Bin Laden geschrieben - und darin dem Pentagon zufolge geheime Informationen verbreitet.

Washington - Der frühere US-Elitesoldat Matt Bissonnette muss sich auf juristischen Ärger mit seinem früheren Arbeitgeber einstellen: Sein Enthüllungsbuch über den US-Sondereinsatz gegen Terrorchef Osama Bin Laden in Pakistan enthält nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums geheime Informationen. Das habe eine Überprüfung des Buchs "No Easy Day" ergeben, sagte Pentagon-Sprecher George Little am Dienstag in Washington. "Wir denken, dass das Buch sensible und als geheim eingestufte Informationen enthält", sagte Little. Nach seinen Angaben prüft das Ministerium derzeit verschiedene Maßnahmen gegen den ehemaligen US-Elitesoldaten, darunter auch rechtliche Schritte. Weitere Details wollte der Sprecher nicht nennen.

Das US-Verteidigungsministerium hatte bereits in der vergangenen Woche mit rechtlichen Schritten gedroht, dabei aber offen gelassen, ob Bissonnette in seinem Buch "No Easy Day" (Kein leichter Tag) Geheimnisse verraten hat. In dem Buch widerspricht Bissonnette offiziellen Angaben zu den Todesumständen des Terrorchefs und legt nahe, dass von Bin Laden zum Zeitpunkt seiner Tötung durch Mitglieder der Spezialeinheit Navy Seals keine unmittelbare Gefahr ausgegangen sei. Bissonnettes Anwalt hatte bestritten, dass das Buch vor der Veröffentlichung den Behörden vorgelegt werden müsse.

Der Chef des Führungskommandos Naval Special Warfare Command, Sean Pybus, warnte die Mitglieder der Navy Seals in einem Brief vor den Gefahren, die durch Veröffentlichungen und Äußerungen der Soldaten entstehen könnten. "Für eine Elitetruppe, die ihr ganzes Leben lang bescheiden und diszipliniert sein sollte, geben wir gewiss kein angemessenes Bild ab", schrieb er. "Das Verhökern von Informationen über Einsätze" oder Trainingsmethoden bringe die Soldaten und ihre Familien in Gefahr, warnte Pybus. Die Navy Seals müssten sich darüber Gedanken machen, wie sie aktive und ehemalige Mitglieder dazu bringen könnten, nicht unangemessenen finanziellen oder politischen Profit aus ihrer Tätigkeit zu schlagen oder Berühmtheit zu suchen.

Bissonnette, der sein Buch unter dem Pseudonym Mark Owen veröffentlichte, war Mitglied eines Kommandos der Elitetruppe Navy Seals, das im Mai vergangenen Jahres das Versteck des Qaida-Chefs in Pakistan gestürmt und Bin Laden getötet hatte. Während seines Dienstes in der Einheit und vor seinem Ausscheiden aus der Truppe hatte er laut Pentagon Verpflichtungen unterschrieben, niemals Geheiminformationen preiszugeben und jegliche Manuskripte vor ihrer Veröffentlichung dem Verteidigungsministerium vorzulegen. Der Ex-Soldat und sein Anwalt bestreiten, als geheim eingestufte Informationen weitergegeben zu haben.

hen/dapd/AFP

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