Tod von Kim Jong Il Nordkorea rüstet sich für Staatsbegräbnis

In Nordkorea wird der verstorbene Machthaber Kim Jong Il beigesetzt. Hunderttausende Bürger sollen die Straßen der Hauptstadt säumen und den Tod des "Geliebten Führers" beweinen. Staatsmedien zufolge sind auch die Tiere von Trauer ergriffen - insbesondere Eulen.

Kim Jong Un am Dienstag im Staatsfernsehen: Trauer um den verstorbenen Vater
REUTERS

Kim Jong Un am Dienstag im Staatsfernsehen: Trauer um den verstorbenen Vater


Seoul/Pjöngjang - Am Mittwoch finden in Nordkorea die Beisetzungsfeierlichkeiten für den verstorbenen Diktator Kim Jong Il, den "Geliebten Führer", statt. Das neue Regime wird den Anlass nutzen, um die Verbundenheit der Bevölkerung mit der herrschenden Familie zu unterstreichen und die politische Stabilität des Landes zu demonstrieren.

Einzelheiten zu der Zeremonie teilte das weitgehend abgeschottete kommunistische Land zunächst nicht mit. Beobachter im benachbarten Südkorea erwarteten jedoch, dass das Regime in Nordkorea die Bevölkerung für das letzte Geleit mobilisieren und zur Unterstützung des Sohnes und erwählten Nachfolgers von Kim, Kim Jong Un, aufrufen werde. Hunderttausende Menschen könnten demnach am Mittwoch die Straßen säumen.

Die Zeremonie werde wohl im wesentlichen ablaufen wie im Juli 1994, als Kims Vater beigesetzt wurde, sagte der Politologe Paik Hak Soon vom privaten Sejong-Institut. Damals wurde unter anderem der Sarg mit dem Leichnam Kim Il Sungs in einem Autokorso durch die Straßen von Pjöngjang gefahren. Zur derzeitigen Stimmung in Nordkorea sagte er: "Es kann nicht geleugnet werden, dass sich über das ganze Land eine Trauerstimmung gelegt hat."

Die staatlich ausgerufene Trauerzeit für Kim Jong Il soll am Donnerstag mit landesweiten Gedenkfeiern zu Ende gehen. Die Choreografie der Trauerfeierlichkeiten wird auch als Hinweis auf das künftige Machtgefüge in Nordkorea interpretiert. Staatliche Medien berichteten, die Feier am Donnerstagmittag werde mit Salutschüssen eingeleitet, gefolgt von drei Schweigeminuten. Zudem würden zu Ehren Kims die Sirenen von Schiffen und Lokomotiven ertönen.

Bizarrer Personenkult: Auch die Tiere "trauern" um Kim

Ausländische Trauergäste würden zur Beisetzungsfeier nicht zugelassen, hatte es in den nordkoreanischen Medien nach der Nachricht über den Tod Kims geheißen. Kim Jong Il starb offiziellen Angaben zufolge am 17. Dezember an einem Herzinfarkt während einer Zugreise.

Kim, der das hoch gerüstete, aber verarmte Land 17 Jahre lang mit eiserner Faust regiert hatte, hatte auch einen bizarren Personenkult von seinem noch immer gottgleich verehrten Vater übernommen.

Ein Beispiel für diesen Kult sind Meldungen, auch die Tiere im Land seien von Trauer ergriffen. Der Parteizeitung "Rodong Sinmun" zufolge trauerten die Eulen um Kim Jong Il. Demnach flogen nach dem dessen Tod Eulen durch ein geöffnetes Fenster in einen eigens eingerichteten Gedenkraum in einem Bergwerk. Die dort trauernden Arbeiter seien gerührt gewesen, hieß es in dem Bericht. Andernorts hätte ein weißer Vogel, "größer als eine Taube", den Schnee von den Schultern einer Statue Kims gewischt, zitierte der Sender Radio Pjöngjang eine Augenzeugin.

Selbst die Naturgewalten scheinen aus nordkoreanischer Sicht in die Trauer um den Machthaber mit einzustimmen. An Kims angeblichem Geburtsort in der Nähe des Berges Paekdu sei plötzlich das Eis "mit einem Donnern" gebrochen und an der Jong Il-Spitze des Berges sei ein Leuchten zu sehen gewesen, hatten die Staatsmedien vergangene Woche berichtet.

lgr/dpa/dapd/AFP

insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
loeweneule 27.12.2011
1.
Liefert Fleurop auch nach Nordkorea? Und ist nun endlich Ruhe mit dieser ausufernden Berichterstattung über das Ableben eines widerlichen Despoten und all das Gedöns drumherum?
panzerknacker51, 27.12.2011
2. Also ich weiß nicht
Zitat von sysopIn Nordkorea wird der verstorbene Machthaber Kim Jong Il beigesetzt. Hunderttausende Bürger sollen die Straßen der Hauptstadt säumen und den Tod des "Geliebten Führers" beweinen. Staatsmedien zufolge sind auch die Tiere von Trauer ergriffen - insbesondere Eulen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,805983,00.html
Diesen Bericht hätte ich eher in der "Titanic" erwartet...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.