Tod des saudischen Königs Wulff soll Deutschland bei Trauerfeier vertreten

Nach dem Tod von König Abdullah schickt Deutschland keinen amtierenden Staatsvertreter nach Saudi-Arabien. Statt Bundespräsident Joachim Gauck reist dessen Amtsvorgänger Christian Wulff zur Trauerfeier.


Riad - Zur Trauerfeier des verstorbenen saudischen Monarchen Abdullah wird Deutschland den ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff (CDU) als Vertreter schicken.

Eine Sprecherin des Bundespräsidialamts sagte SPIEGEL ONLINE, dass der amtierende Präsident Joachim Gauck nicht zu den Feierlichkeiten nach Saudi-Arabien reisen werde.

Stattdessen soll Deutschland dem Vernehmen nach durch Wulff vertreten werden. Im Laufe des Freitages gab es hektische Telefonate in Regierungskreisen zur Frage, wer für die Bundesrepublik an den Trauerfeierlichkeiten teilnehmen könne.

Da Kanzlerin Merkel krank und deshalb verhindert sei, sei kurz diskutiert worden, ob Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) seine Nordafrika-Reise unterbricht, hieß es. Schließlich entschied man sich jedoch, Wulff zu bitten. Von der Amtszeit des ehemaligen Präsidenten bleibt vor allem ein wichtiger Satz in Erinnerung: "Der Islam gehört zu Deutschland."

Merkel rühmte in einem Kondolenztelegramm die "ausgewogene und vermittelnde Politik" Abdullahs und sprach dem neuen König Salman ibn Abd al-Aziz ihr "tief empfundenes Mitgefühl" aus. US-Präsident Barack Obama nannte Abdullah einen aufrichtigen und mutigen Anführer. Israels Ex-Präsident Schimon Peres sagte, Abdullahs Tod sei ein "wirklicher Verlust für den Frieden im Nahen Osten".

Der US-amerikanische Vizepräsident Joe Biden kündigte an, mit einer Delegation in den nächsten Tagen in den Nahen Osten reisen zu wollen, um die Verdienste des saudischen Königs zu würdigen und der Familie Abdullahs persönlich kondolieren zu wollen.

Nach dem Tod des saudischen Staatsoberhaupts riefen Algerien, Tunesien und Ägypten eine mehrtägige Nationaltrauer aus. Bahrain kündigte eine 90-tägige-Trauerzeit an. König Abdullah war im Alter von 91 Jahren in der Nacht zum Freitag nach einer Lungenentzündung gestorben. Er musste zuletzt künstlich beatmet werden.

Der verstorbene Monarch wurde am Freitag in einem nicht markierten Grab in Riad bestattet. Die Trauerfeier soll am Samstag stattfinden.

daf/flo/sev/dpa/AFP/Reuters



insgesamt 214 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
stanzer 23.01.2015
1. Diese Entscheidung verstehe ich nicht!!
Haben wir jetzt zwei Bundespräsidenten?
gimmendorf 23.01.2015
2. Der Privatmann Wulf
nimmt an der Trauerfeier des verstorbenen Königs teil. Abgesehen davon, dass er da auch hin gehört. Aber Ist das nun eine Meldung wert?
hsiebold 23.01.2015
3.
Was ist da los? Wulff ist kein Repräsentant unseres Landes mehr. Das haben Merkel und Co. ja auch gewollt oder zumindest in Kauf genommen. Ich wusste jedenfalls nicht, dass der Titel des Alt-Präsidenten zu solcherlei Popanz berechtigt. Na dann, klingt nach Wiedergutmachung. Können also darauf warten, Wulff bald wieder im offiziellen Amt zu sehen - nur als was blos?
mattoregiert 23.01.2015
4. sehr in Ordnung
Wenn Wulff die Republik vertritt.Eine Brücke für eine Rückkehr .ist er nicht gescheitert ,wegen im Grunde Sehr menschlichen Schwächen , was ihm eher positiv anzurechnen ist,...
zonkk 23.01.2015
5. Charakterlose Politikerkaste
Normalerweise würde man sich fragen, warum ausgerechnet Herr Wulff diesen Job übernehmen soll. Aber dann erinnert man sich, dass er ja Ehrensold erhält und sich der Sache daher schlecht entziehen kann.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.