Tod von Osama Bin Laden Eifersuchtsdrama im Terror-Clan

Abbottabad war das letzte Versteck von Osama Bin Laden - aber wohl auch Ort heftiger familiärer Spannungen: Zwischen zwei Frauen des Qaida-Chefs soll es wenige Wochen vor dessen Tötung zu Streitereien gekommen sein. Verriet eine eifersüchtige Partnerin den Top-Terroristen?

AP / DoD

Rawalpindi - Mit der Ruhe für Osama Bin Laden in seinem Versteck in Abbottabad war es spätestens Anfang 2011 vorbei. Das lag an einer der Frauen des damaligen Qaida-Chefs: Khairia Saber war in die pakistanische Garnisonsstadt gekommen und wohnte fortan in dem Anwesen, in dem Bin Laden isoliert von der Außenwelt lebte.

Es muss der Anfang vom Ende des häuslichen Friedens gewesen sein. Zwischen Khairia und einer weiteren Frau Bin Ladens spielten sich offenbar heftiger Streitereien und Eifersuchtsszenen ab - am Ende könnten sie dazu geführt haben, dass die Jäger des Terrorchefs seine Spur aufnahmen: So hat es Shaukat Qadir, ein pensionierter pakistanischer Offizier, der Nachrichtenagentur AP geschildert.

Qadir war über Monate mit dem Fall Bin Laden befasst und hatte nach eigenen Angaben Zugang zu Verhörprotokollen des Geheimdienstes, der unter anderem Bin Ladens Frau Amal Ahmed al-Sadah vernommen hat. Die Jemenitin war bei dem Sturm des Verstecks durch US-Spezialeinheiten am 2. Mai 2011 in Abbottabad verletzt und festgenommen worden.

Khairia hatte dem AP-Bericht zufolge ein Zimmer im zweiten Stock des Anwesens bezogen. Sie wohnte damit nicht weit entfernt vom Qaida-Chef. Er teilte sich in der dritten Etage ein Zimmer mit Amal Ahmed al-Sadah, seiner bevorzugten Frau. Ein paar Meter weiter war eine dritte Frau Bin Ladens untergebracht, Siham Saber.

Die Ankunft von Khairia habe die Stimmung in dem Versteck aufgeladen - so soll es Amal in einem Verhör mit dem pakistanischen Geheimdienst erzählt haben. Die Atmosphäre zwischen ihr und Khairia war offenbar immer sehr angespannt: Die Ältere neidete der Jüngeren die Nähe zu Bin Laden. Khairia muss von aufbrausendem Temperament gewesen sein. Sie sei sehr aggressiv gewesen, sagte Qadir unter Berufung auf Geheimdienstangehörige.

Khalid, ein Sohn Bin Ladens, der sich ebenfalls in dem Anwesen in Abbottabad versteckt hielt, war dem AP-Bericht zufolge überrascht, dass Khairia ins Haus gekommen war. Er schöpfte Verdacht. Mehrfach soll er die ältere Ehefrau Bin Ladens gefragt haben, warum sie in das Versteck gezogen sei. Eines wolle sie für ihren Mann noch tun, soll sie demnach bei einer Gelegenheit geantwortet haben. Kahlid soll seinen Vater demnach umgehend gewarnt haben, dass die Frau ihn verraten wolle. Auch Bin Ladens Frau Amal war demnach beunruhigt.

Bin Laden selbst blieb unbekümmert

Und Bin Laden selbst? Er soll gleichgültig und unbekümmert gewesen sein, ganz so, als würde das Schicksal über seine Zukunft entscheiden. Es gibt bislang auch keine Belege dafür, dass eine eifersüchtige Ehefrau Bin Ladens den Terroristen verraten haben könnte. In Berichten von US- und pakistanischen Geheimdienst taucht Khairia in keinem wichtigen Zusammenhang auf. Demnach brachte ein Bin-Laden-Bote die Jäger auf die Spur des Top-Terroristen.

Die USA hatten den Mann schon länger im Visier, Guantanamo-Häftlinge hatten ihn in Verhören als einen Schützling von Chalid Scheich Mohammed identifiziert, dem mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge vom 11. September. Im Juli 2010 folgen Pakistaner, die für die CIA arbeiten, einem Geländewagen - am Steuer der Kurier. Der Wagen fährt nach Abbottabad, das Ziel: ein großes Anwesen am Ende eines Schotterweges.

Von diesem Zeitpunkt an überwacht die CIA das Gelände. Es dauert noch eine Weile, bis die USA Belege dafür haben, dass hinter den Mauern des Hauses Bin Laden sitzt - am 2. Mai 2011 schließlich schlagen US-Eliteeinheiten zu.

Shaukat Qadir, der pensionierte pakistanische Offizier, war nach eigenen Angaben wenige Tage nach der Tötungsaktion in dem Haus in Abbottabad. Es habe kaum Sicherheitsvorkehrungen und Versteck- oder Fluchtmöglichkeiten gegeben: "Kein Keller, keine Warnanlage, keine Fluchtwege - eine Todesfalle."

Die drei Frauen, die sich bei der Tötung des Qaida-Chefs in dessen Versteck in Abbottabad aufhielten, sind jetzt wegen illegaler Einreise angeklagt worden. Wie der pakistanische Innenminister Rehman Malik am Donnerstag mitteilte, befinden sich die Frauen - zwei mit saudi-arabischer und eine mit jemenitischer Nationalität - derzeit zusammen mit ihren Kindern unter Hausarrest. Angaben darüber, wann sie angeklagt wurden und wann ihr Prozess beginnt, machte der Minister nicht.

hen/AFP/AP

insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
zodiacmindwarp 08.03.2012
1. Meinen ehrlichen Glückwunsch...
Zitat von sysopAP / DoDAbbottabad war das letzte Versteck von Osama Bin Laden - aber wohl auch Ort heftiger familiärer Spannungen: Zwischen zwei Frauen des Qaida-Chefs soll es wenige Wochen vor dessen Tötung zu Streit gekommen sein. Verriet eine eifersüchtige Partnerin den Top-Terroristen? http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,820197,00.html
an den Verfasser dieses dieses Berichts. Ein vollkommen gelungener Beitrag zum "Tag der Frauen" mkG zodiacmindwarp
VparadoxX 08.03.2012
2. ...
Zitat von sysopAP / DoDAbbottabad war das letzte Versteck von Osama Bin Laden - aber wohl auch Ort heftiger familiärer Spannungen: Zwischen zwei Frauen des Qaida-Chefs soll es wenige Wochen vor dessen Tötung zu Streit gekommen sein. Verriet eine eifersüchtige Partnerin den Top-Terroristen? http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,820197,00.html
Sicher suchen eine Unmenge von Osama Anhängern, schon verzweifelt nach einem Schuldigen, der den Qaida-Chef ans Messer geliefert hat. Nun können diese Leute, ihre Wut an der Khairia Saber ausleben. Ob sie es nun war oder nicht. Diese Geschichte wird ihr wohl zum Verhängnis.
meisterraro 09.03.2012
3. Wen interessiert diese Meldung noch?
Al Kaida ist doch längst ein Thema von gestern. Wieso betreibt der Spiegel weiter seine Heroisierung? Eine Posthum-Ehre für einen Mann, den die westlichen (!) Medien zum Mythos gemacht haben, der aber nichts als Gewalt und Terror als Lebensleistung vorzuweisen hatte. Al Kaida wird immer unwichtiger, der Kampf gegen den Terror geht seinem Ende zu. Nur einige Journalisten, die die Propaganda bereitwillig verbreitet haben, können nicht ablassen. Warten wir noch etwas ab, dann interssiert das niemanden mehr.
grün-blau-rot-gelb 09.03.2012
4. Lizenzgebühr!!!
Osa-BinLadin und die 40 Räuber. Karl May steht Pate: Die Rächerjagd rund um die Erde, von Bagdad nach Kabul, durchs wilde Afghanistan: verlorner Sohn, oder Fürst des Elends? Ölprinz?! Zahllos die Geschichten, welche bereits zu kolportieren waren. Und zu seien werden: Auf fremden Pfaden die Sklavenkarawane weiterzieht. Mit Orangen und Datteln zum Stillen Ocean? Am Jenseits entlang durch Wüste und Harem? Im fernen Westen ertönen geographische Predigten... Und Friede auf Erden! - KONG-KHEOU!
widder58 09.03.2012
5.
Zitat von sysopAP / DoDAbbottabad war das letzte Versteck von Osama Bin Laden - aber wohl auch Ort heftiger familiärer Spannungen: Zwischen zwei Frauen des Qaida-Chefs soll es wenige Wochen vor dessen Tötung zu Streit gekommen sein. Verriet eine eifersüchtige Partnerin den Top-Terroristen? http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,820197,00.html
Eine der schönsten Fake-Geschichten dieses Jahrhunderts.
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