Todesstrafe in den USA Nebraska verbietet elektrischen Stuhl
Kansas City - Der elektrische Stuhl sei "ein Dinosaurier, der eher ins Labor des Barons Frankenstein passt als in eine Hinrichtungskammer", hieß es in dem heute veröffentlichten Urteil. Es gebe Beweise, dass viele Verurteilte starke Schmerzen verspürten und qualvoll leiden müssten. Der elektrische Stuhl
sei somit eine "grausame und ungewöhnliche" Strafe, wie sie nach der Verfassung verboten sei. Diese Hinrichtungsart mit ihrer "Geschichte der verbrannten und verkohlten Körper ist weder mit den Kriterien des Anstands noch mit denen der Menschenwürde vereinbar".
Da die Gesetze des Staats Nebraska derzeit als einzige Hinrichtungsart den elektrischen Stuhl vorsehen, kann die Todesstrafe dort zunächst nicht mehr vollstreckt werden. Das Urteil bedeutet einen Etappensieg für den Häftling Raymond
Mata, der im Jahr 2000 wegen Kindsmords in Nebraska zum Tode verurteilt wurde und vor Gericht gegen seine Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl geklagt hatte. Das Todesurteil wurde vom Obersten Gericht bestätigt, nur die Hinrichtungsart wurde
verworfen.
In Nebraska wurden Hinrichtungen bisher allein mit dem elektrischen Stuhl vollstreckt. Es ist der einzige Bundesstaat, der diese Methode anwendet. Über 30 weitere Bundesstaaten sowie die Bundesregierung vollstrecken die Todesstrafe mit der Giftspritze. Seit das oberste Gericht der USA im September eine Klage gegen diese Hinrichtungsmethode angenommen hat, wurde die Vollstreckung der Todesstrafe jedoch landesweit faktisch gestoppt.
Wie Menschen hingerichtet werden
Rechtsexperten gehen laut CNN davon aus, dass das richterliche
Verbot in Nebraska einer endgültigen Abschaffung des elektrischen Stuhls als Hinrichtungsmethode in den USA gleichkommt. Seit Wiedereinführung der Todesstrafe in den Vereinigten Staaten 1976 wurden 154 Menschen auf dem Elektrischen Stuhl hingerichtet, drei davon in Nebraska. Durch die Giftspritze starben nach Angaben des US-Informationszentrums zur Todesstrafe seitdem 929 Menschen.
kai/Reuters/AFP/dpa