Todesstrafe in Indonesien Bali-Attentäter dürfen sich nicht köpfen lassen

Einspruch abgelehnt: Die Attentäter von Bali, die vor sechs Jahren mehr als 200 Menschen bei einem Anschlag töteten, werden nun doch per Erschießungskommando hingerichtet. Die Häftlinge hatten eine Enthauptung nach islamischem Recht gefordert.

Jakarta - Die Richter haben gesprochen: Die Verantwortlichen für den Terroranschlag auf der indonesischen Insel Bali im Jahr 2002 sollen erschossen werden. Das indonesische Verfassungsgericht wies am Dienstag einen Einspruch der drei verurteilten Täter gegen die Vollstreckung der Todesstrafe durch ein Erschießungskommando zurück.

Die Täter wollten durch den Schachzug einen Aufschub der Hinrichtung erreichen. Unter anderem hatten sie verlangt, nach islamischem Recht enthauptet oder per Giftspritze getötet zu werden. Als Begründung führten die Anwälte unter anderem an, der Tod durch Erschießen sei unmenschlich und grausam. Ein Gerichtssprecher sagte dazu, keine Hinrichtungsmethode sei schmerzfrei. "Die Schmerzen, die Todeskandidaten bei der Hinrichtung erleiden, sind eine logische Folge des Sterbens und gelten daher nicht als Folter", sagte er.

Bei dem Anschlag auf einen von Touristen besuchten Nachtclub kamen 202 Menschen ums Leben, unter ihnen 88 Australier. Die Hinrichtung von Amrozi Nurhasyim, Ali Gufron und Imam Samudra soll noch in diesem Jahr erfolgen. Die Täter gehörten der extremistischen Organisation Jemaah Islamiyah an.

ffr/AP/Reuters

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