Todesstrafe USA direkt hinter Iran und Vietnam

Kaum ein Staat richtet so viele Menschen hin wie die USA. Nur China, Iran und Vietnam vollstrecken noch mehr Todesurteile. Fast drei Viertel der Erdbevölkerung leben in Ländern, die staatlich legitimiert töten.

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Berlin - In den USA starben im vergangenen Jahr 59 Menschen durch die Giftspritze, den elektrischen Stuhl oder die Gaskammer - in Vietnam wurden nach Informationen von Amnesty International 65, im Iran 159 und in China mindestens 3400 Gefangene hingerichtet. "2005 ist nicht mit einer Trendumkehr zu rechnen", sagte ein Sprecher der Menschenrechtsorganisation gegenüber SPIEGEL ONLINE.

In den rot markierten Ländern wird die Todesstrafe derzeit angewendet. Quelle: Amnesty International
amnesty international

In den rot markierten Ländern wird die Todesstrafe derzeit angewendet. Quelle: Amnesty International

In 74 Ländern werden Menschen von der Justiz per Giftspritze getötet, in die Gaskammer geschickt oder aufgehängt. 97 Prozent aller Vollstreckungen gehen auf das Konto Chinas, der USA, Vietnams und Irans. Als letzter europäischer Staat vollstreckt Weißrussland die Todesstrafe.

Todesurteil wegen Trunkenheitsfahrt

In Asien halten auch zahlreiche Demokratien wie Japan oder Indien an der Todesstrafe fest. In Thailand wurde kürzlich ein Mann wegen einer tödlichen Trunkenheitsfahrt zum Tode verurteilt - auch einem Deutschen droht die Hinrichtung.

In acht Ländern - darunter Saudi-Arabien und Nigeria starben in den vergangenen acht Jahren auch Minderjährige durch die staatlichen Scharfrichter. Allein in Iran wurden von Januar bis August 2005 sechs Jugendliche gehängt, zwei davon wegen angeblicher "homosexueller Übergriffe". In den USA hat der Oberste Gerichtshof die Hinrichtung von Minderjährigen im März dieses Jahres verboten.



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