Todesursache Hamas erhebt schwere Vorwürfe gegen Israel

Die radikale Palästinenser-Gruppe Hamas hat nach dem Tod von Präsident Jassir Arafat eine Fortsetzung ihres gewaltsamen Kampfes gegen Israel angekündigt. Ein ranghohes Mitglied der islamistischen Bewegung warf Israel vor, Arafat vergiftet zu haben.


Gaza - Nach Auskunft der Pariser Ärzte ist Palästinenserpräsident Jassir Arafat an multiplem Organversagen gestorben. Die radikale Palästinenserorganisation Hamas sieht in Israel den Urheber von Arafats Tod. "Ich mache Israel für das Verbrechen des Mordes an Abu Ammar verantwortlich", sagte Chaled Maschaal gegenüber dem arabischen Fernsehsender al-Dschasira. "Abu Ammar" ist Arafats Name aus der Zeit des Guerillakampfes. Die Umstände, die zum Tod des PLO-Vorsitzenden in Clamart bei Paris geführt hätten, wiesen darauf hin, dass dies nicht mit rechten Dingen zugegangen sei.

Maschaal hob hervor, dass israelische Agenten in Jordanien 1997 versucht hätten, ihn selbst zu vergiften. Er habe nur überlebt, weil Israel auf Druck des damaligen jordanischen Königs Hussein schließlich das Gegenmittel zur Verfügung gestellt habe. Im Falle Arafats sei Israel sicherlich so geschickt vorgegangen, dass die Mediziner die wahre Todesursache vielleicht niemals feststellen könnten, sagte Maschaal. Gerüchte über eine mögliche Vergiftung Arafats haben unter den Palästinensern seit Beginn seiner schweren Erkrankung vor einigen Wochen die Runde gemacht.

Hamas kündigte zudem die Fortsetzung ihres gewaltsamen Kampfes gegen Israel an. "Der Verlust des großen Anführers wird unsere Entschlossenheit und Standfestigkeit erhöhen, den Dschihad (Heiligen Krieg) und den Widerstand gegen den zionistischen Feind bis zum Sieg und zur Befreiung fortzusetzen", erklärte ein Sprecher. Ziel der Hamas ist die Vernichtung Israels. Ihre Anhänger haben mehrfach Anschläge in Israel verübt, bei denen zahlreiche Zivilisten starben.



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