Präsidentschaftswahl Togo bleibt in der Hand der Familie Gnassingbé

Faure Gnassingbé ist zum dritten Mal zum Präsidenten von Togo gewählt worden. Seine Familie regiert das westafrikanische Land damit seit fast 50 Jahren.
Präsident Gnassingbé: Vor der dritten Amtszeit

Präsident Gnassingbé: Vor der dritten Amtszeit

Foto: ISSOUF SANOGO/ AFP

Togos langjähriger Staatschef Faure Gnassingbé ist laut vorläufigem Endergebnis für eine dritte Amtszeit wiedergewählt worden. Gnassingbé habe bei der Wahl am Samstag 58,75 Prozent der Stimmen erhalten, teilte die togolesische Wahlkommission am späten Dienstagabend in Lomé mit.

Sein wichtigster Herausforderer Jean-Pierre Fabre kam demnach auf 34,95 Prozent der Stimmen. Das Wahlergebnis sei vorläufig, weil es noch vom Verfassungsgericht bestätigt werden müsse, erklärte Wahlkomissionschef Taffa Tabiou. An dem Urnengang hatten sich demnach knapp 60 Prozent der Wahlberichtigten beteiligt.

Wahlbeobachter der Afrikanischen Union (AU) hatten die Wahl als frei und transparent bezeichnet. Die Opposition warf dem Regierungslager hingegen Manipulationen vor.

Das kleine westafrikanische Land Togo wird seit Jahrzehnten von der Familie Gnassingbé regiert. Von 1967 bis zu seinem Tod im Jahr 2005 war General Gnassingbé Eyadéma Präsident, dann brachte die Armee seinen Sohn Faure an die Macht. Dieser wurde bei zwei von Betrugsvorwürfen überschatteten Wahlen in den Jahren 2005 und 2010 im Amt bestätigt.

Ein Gesetzentwurf zur Begrenzung der Präsidentschaft auf maximal zwei fünfjährige Amtszeiten war im vergangenen Juni vom Parlament abgelehnt worden.

ler/AFP
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