Togo Verfassungsgericht bestätigt Wahlsieg von Präsidentensohn

Das Verfassungsgericht in Togo hat den umstrittenen Sieg des Regierungskandidaten Faure Gnassingbe bei der Präsidentenwahl bestätigt. Beobachter befürchten eine weitere Verschärfung der angespannten Lage in dem westafrikanischen Land.


Lome - Der Oberste Richter Atsu Koffi Amagah sagte am Dienstag, Gnassingbe habe die Abstimmung vom 24. April mit 60 Prozent der Stimmen gewonnen. Sein Gegenkandidat Bob Akitani habe 38 Prozent erhalten. Gnassingbe ist der Sohn des am 5. Februar verstorbenen Präsidenten Gnassingbe Eyadema, der Togo 38 Jahre lang regierte.

Es gebe keine ausreichenden Hinweise auf Wahlbetrug, erklärte Amagah. Akitani hatte Einspruch gegen das von der Wahlkommission in der vergangenen Woche bekannt gegebene Ergebnis eingelegt. Er machte geltend, es seien Wahlurnen gestohlen und Wählerlisten gefälscht worden. Die Vereidigung des 39 Jahre alten Gnassingbe wurde innerhalb von 48 Stunden erwartet.

Es wurde befürchtet, dass sich die Unruhen in dem westafrikanischen Land nach der Bekanntgabe der Gerichtsentscheidung weiter verschärfen werden. Die Lage war nach der Wahl eskaliert, da sich die Opposition weigerte, den von der Wahlkommission erklärten Sieg Gnassingbes anzuerkennen.

Nach Angaben der Opposition wurden mindestens 22 Menschen bei zweitägigen Unruhen getötet. 20.000 Bewohner flohen, die meisten von ihnen in die Nachbarstaaten Benin und Ghana. In der Nacht zum Freitag überfielen Maskierte das Goethe-Institut in Lome und setzten es in Brand.



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