Tonband-Botschaft Al-Qaida fordert den Tod sunnitischer Politiker im Irak

Kopfgeldgebot für tote Sunniten: In einer Audio-Botschaft fordert der Anführer der irakischen Qaida-Sektion Baghdadi Muslime auf, die Führungsspitze der Islamischen Partei umzubringen. Sie sei islamfeindlich und helfe den USA. Den Mördern bietet er eine "wertvolle Belohnung".


Dubai/Cairo - Eine Qaida-nahe irakische Gruppe hat dazu aufgefordert, sunnitische Spitzenpolitiker umzubringen: Die moderaten Männer würden gegen den Islam arbeiten und den US-Besatzern helfen, sagt Abu Omar al-Baghdadi auf einer Tonbandaufzeichnung, die auf islamischen Web-Seiten kursiert. Der Führer des selbsternannten Islamischen Staates in Irak verkündete weiter: "Jeder, der irgendeinen islamischen Parteiführer, einen Abgeordneten oder einen Landrat umbringt, wird von mir eine wertvolle Belohnung erhalten."

Die irakische Islamische Partei vertritt die sunnitische Fraktion im Parlament und bei Wahlen und hat sich in Teilen des Landes als Gegner der Qaida hervorgetan. Sunnitische Stammesführer haben sich dem Kampf gegen die militante Gruppe angeschlossen.

Die islamische Partei sei "im Krieg mit Gott und dem Propheten", kommentierte Baghdadi in seiner halbstündigen Rede. Ihre Mitglieder hätten 15 Tage, um zu bereuen, ausgenommen davon seien jedoch die fünf Anführer. Die müssten sofort umgebracht werden, "wo immer sie auch seien", so der Terrorist. Zu den von Badhdadi ausgeschlossenen Politikern zählen Vizepräsident Tareq al-Hashemi und Abdul Kareem al-Samarrai, ein führendes Mitglied der Islamischen Partei.

Baghdadi erklärte außerdem, seine Gruppe stehe weiterhin zu den 100.000 Dollar Belohnung, die sie vor einem Jahr für den Mord am schwedischen Comiczeichner angeboten hatte, der die Mohammed-Karikaturen gezeichnet hatte.

Al-Qaida ist im Irak zunehmend isoliert. Ihre Angriffe sind seit einem Jahr um rund 80 Prozent gesunken. Dennoch bleibt die Terrororganisation laut US-Befehlshaber David Petraeus im Land so gefährlich, dass US-Truppen ihr weiterhin etwas entgegensetzen müssen.

fat/AP/Reuters

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