Tonband Saddam droht mit Rückkehr

Saddam Hussein hat sich wieder gemeldet: Der arabische Sender al-Arabija strahlte eine Tonbandaufnahme aus, die dem gestürzten irakischen Machthaber zugeschrieben wird. Die Stimme auf dem Band ruft zum anhaltende "Krieg" gegen die US-Besatzer auf und prophezeit Saddams Rückkehr an die Macht.


"Die Bösen befinden sich nun in einer Krise, und dies ist Gottes Wille": Saddam Hussein auf al-Arabija (Archiv)
REUTERS/al-Arabiya

"Die Bösen befinden sich nun in einer Krise, und dies ist Gottes Wille": Saddam Hussein auf al-Arabija (Archiv)

Washington/Kairo - Die USA und ihre Verbündeten hätten die Schwierigkeiten einer Besatzung unterschätzt. Die Iraker würden sich deren "bösen Absichten" widersetzen. Der Dschihad (heilige Krieg) sei der beste Weg dazu. Der Sprecher grüßte die Iraker aus Anlass des Fastenmonats Ramadan und sagte, "die Bösen werden nicht in der Lage sein, Irak zu besetzen und zu kolonialisieren". Er bestritt in der Rede auch nochmals, dass Irak Massenvernichtungswaffen besaß. "Die Bösen befinden sich nun in einer Krise, und dies ist Gottes Wille", sagte der Sprecher weiter.

Die Stimme bezeichnete die USA und ihren britischen Hauptverbündeten als "Achse des Bösen", berichtete der US-Sender CNN am Sonntag. US-Präsident George W. Bush und der britische Regierungschef Tony Blair seien "Lügner, die sich militärische Unterstützung sichern wollen". Es gebe keine andere Garantie zur Beendigung der Besatzung "als Widerstand".

Bush: Alte Propaganda

Das ausgestrahlte Tonband von Saddam kommentierte Bush mit den Worten, dies sei "alte Propaganda". Die USA ließen sich nicht aus dem Irak vertreiben. "Wir werden nicht gehen, bevor unsere Arbeit erledigt ist." Die amerikanische Truppenstärke werde jeweils der Sicherheitslage angepasst.

Bush begrüßte den neuen Zeitpan für eine beschleunigte Übertragung der Souveränität an die Iraker und kündigte zugleich eine fortdauernde "harte" Gangart gegenüber Terroristen in dem Land an. "Ich bin erfreut über den Zeitplan. Er ist sinnvoll", sagte Bush. Der politische Prozess bewege sich vorwärts, während die USA im Kampf gegen die Terroristen hart blieben.

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hatte zuvor bekräftigt, dass die Bildung einer irakischen Regierung keinen Einfluss auf die Dauer der militärischen Besetzung habe. "Der weitere Zeitplan, wie ihn der Regierungsrat beschrieben hat, erstreckt sich auf die Regierungsaspekte des Landes und nicht auf die Sicherheitsaspekte", sagte Rumsfeld bei einem Besuch in Japan.



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