Nahost-Quartett Tony Blair wirft als Sondergesandter hin

Immer wieder gab es Kritik an seiner Arbeit - nun gibt Tony Blair offenbar sein Amt als Sondergesandter des Nahost-Quartetts auf. Ein Rücktrittsschreiben soll an die Uno gegangen sein.

Politiker Blair (im März 2015): Rücktritt bei der Uno angekündigt
REUTERS

Politiker Blair (im März 2015): Rücktritt bei der Uno angekündigt


Seit 2007 war Tony Blair Sondergesandter des Nahost-Quartetts - nun hat er seinen Posten zur Verfügung gestellt. Das eine Sprecherin des Politikers am Mittwoch. Demnach habe der frühere britische Premier einen Brief an Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon geschickt und darin seinen Rückzug im Juni mitgeteilt.

Blairs Sprecherin sagte, der Labour-Politiker werde sich trotz seines Rücktritts weiter für das Thema und die Region engagieren. Dabei werde er auch weiterhin mit "den USA, der EU und anderen" zusammenarbeiten. Wer Blair als Nahost-Gesandter nachfolgt, blieb zunächst unklar.

Bereits Mitte März hatte es, basierend auf einem entsprechenden Bericht der "Financial Times", Gerüchte über Blairs berufliche Zukunft gegeben. Eine der Quellen berichtet nun, der Politiker sei frustriert über seine "eingeschränkten Befugnisse" gewesen.

Im vergangenen Jahr hatte es zudem massive Kritik an seiner Arbeit gegeben. Mehrere ehemalige britische Botschafter hatten ihm vorgeworfen, seine eigenen geschäftlichen Interessen mit seinem politischen Auftrag zu vermischen.

Das Nahost-Quartett aus Uno, EU, Russland und USA soll im Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern vermitteln. Zuletzt war es allerdings wiederholt zu erheblichen Spannungen in der Region gekommen, mit dem siebenwöchigen Gaza-Krieg 2014 als Höhepunkt.

Erst im Februar war zudem bekannt geworden, dass Blair zukünftig den serbischen Regierungschef Aleksandar Vucic beraten wird. Er soll beim Aufbau einer zentralen Anlaufstelle helfen, die Vucic bei Reformen berät, kündigte Blairs Beratungsfirma Tony Blair Associates (TBA) an.

jok/AP/Reuters



insgesamt 8 Beiträge
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Bueckstueck 27.05.2015
1. Fehlbesetzung
Ich hatte schon damals das Gefühl Blair wäre eine Fehlbesetzung. Was soll der ehemalige Pudel des ehemaligen Kriegstreibers GWB ausgerechnet im nahen Osten den Vermittler spielen? Ist doch unglaubwürdig.
Snozzlebert 27.05.2015
2.
Der Typ ist so ein widerlicher und schmieriger selbstverliebter Kriegsverbrecher. Er hatte auf dem Posten nichts verloren.
kinngrimm 27.05.2015
3. Bock zum Gärtner gemacht
Wie es Blair auf diesen Posten überhaupt hat verschlagen können ist bereits ein Mysterium welches stark nach Korruption, Seilschaften und Gefälligkeiten riecht. Daß er dann solange dort hat bestehen können läßt mich folgern das die Organisation durchsetzt ist mit Personal welche der eigentlich Zielsetzung entgegenstehen.
schwarzes_lamm 27.05.2015
4.
Niemand sonst wie Blair steht für Deindustrialisierung und Kriegstreiberei - zwei Dinge, die man hoffte, nach Ende des kalten Krieges endgültig aus Europa verbannt zu haben - bis Blair die politische Bühne betrat.
didac 27.05.2015
5. Irakkrieg war schon eine Fehlentscheidung
..aber einmal im grossen Rad der Politik, kriegt amn dann doch noch Nebenrollen. Nun wieder der Fall neben dem Loch; das ist traurig, aber es war absehbar. Ich waere an seiner Stelle erfolgreicher gewesen. Nur wie sagt man das.... wem? - wenn man kein gefallenener Politiker war/ist..
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