Top-Terrorist Jemen meldet Tod von Hassprediger Awlaki

Der US-Regierung gilt Anwar al-Awlaki als besonders gefährlich, jetzt melden Jemens Behörden den Tod des Hasspredigers. Awlaki wird unter anderem mit dem misslungenen Attentat auf ein Flugzeug in Detroit 2009 in Verbindung gebracht.
Top-Terrorist: Jemen meldet Tod von Hassprediger Awlaki

Top-Terrorist: Jemen meldet Tod von Hassprediger Awlaki

Foto: REUTERS/ muslm.net

Sanaa - Der Hassprediger Anwar al-Awlaki soll im Jemen getötet worden sein. Das sagte das Verteidigungsministerium in Sanaa. Der Terrorist soll zusammen mit einigen Anhängern durch einen Luftangriff getötet worden sein. Zwei Fahrzeuge seien bombardiert worden, berichteten Stammesführer dem Nachrichtensender al-Arabija.

Die US-Regierung hat nach einem Bericht der "New York Times" den Tod Awlakis bestätigt. Unklar sei aber weiterhin, ob jemenitische Truppen oder US-Spezialkräfte den 40-Jährigen getötet haben, berichtete das Blatt unter Berufung auf einen ranghohen Regierungsmitarbeiter in Washington.

Eine offizielle, unabhängige Bestätigung gibt es noch nicht. Allerdings zitiert die Nachrichtenagentur AP einen namentlich nicht genannten US-Beamten mit den Worten, dass amerikanische Geheimdienst-Informationen ebenfalls auf Awlakis Tod hindeuteten.

Nach dem radikalen Prediger wird im Zusammenhang mit dem vereitelten und im Jemen geplanten Anschlag auf eine Passagiermaschine Weihnachten 2009 in der US-Metropole Detroit gefahndet. Im November vorigen Jahres hatte er Muslime aufgerufen, US-Bürger zu töten. Außerdem soll Awlaki in Kontakt mit dem Amokläufer von Fort Hood gestanden haben, der Ende 2009 auf dem texanischen Militärstützpunkt zwölf Soldaten und einen Zivilisten getötet hatte.

Awlaki ist in den USA geboren und steht der Terrororganisation al-Qaida nahe. Einem Zeitungsbericht zufolge hatten die USA versucht, den gesuchten Terroristen im Mai 2011 mit einem Drohnenangriff im Jemen zu töten. Die USA führen den Jemeniten auf einer Liste, nach der er "tot oder lebendig" gefasst werden soll. Nach dem Tod von Qaida-Anführer Osama Bin Laden könnte er einer der möglichen "Erben" des Terroristenchefs sein.

Die Qaida im Jemen soll über etwa 300 Mitglieder verfügen. Ihr wird unter anderem vorgeworfen, Muslime in den USA zu Anschlägen angestiftet zu haben. Die USA halten die Gruppe im Jemen für die weltweit aktivste Terrorzelle der Qaida.

heb/fab/AP/Reuters/AFP
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