Tora Bora "Daisy Cutter" soll Bin Laden töten

Sie ist schwer wie ein Lastwagen, tötet noch in Hunderten Metern Umkreis: Mit der Super-Bombe "Daisy Cutter" wollen die Amerikaner den Terrorfürsten Bin Laden endgültig vernichten. Der ist aus seiner Höhle geflüchtet, wird von amerikanischen Bombern durch die Wälder bei Tora Bora gejagt.


Anti-Taliban-Kämpfer bei Tora Bora
AFP

Anti-Taliban-Kämpfer bei Tora Bora

Kabul - Hasrat Ali, Kommandeur im Kampfgebiet, berichtete am Montag über Satelliten-Telefon, ganz Tora Bora sei unter Kontrolle der Angreifer. Die Kämpfer von Bin Ladens Terrororganisation al-Qaida hätten sich aus ihren Bunkern zurückgezogen und leisteten auf den Berggipfeln zwischen Tora Bora und der Wasiri-Schlucht erbitterten Widerstand.

Bin Laden sitzt nach amerikanischer Darstellung militärisch in der Falle. NBC berichtete, rund 80 Kampfflugzeuge seien im pausenlosen Einsatz in der Region, um die Offensive der Mudschahidin zu unterstützen. Auf die vermuteten Anlagen Bin Ladens sei auch eine der schwersten verfügbaren Bomben, die "Daisy Cutter", abgeworfen worden.

Die Amerikaner haben unterdessen angeblich mindestens einen ranghohen Taliban-Führer gefasst. Möglicherweise seien sogar zwei oder drei Anführer gefasst worden, sagte der stellvertretende Verteidigungsminister Paul Wolfowitz. Er nannte aber keine Namen und ging nicht näher auf die Rolle der Gefassten innerhalb des Taliban-Regimes ein.

Ein Sprecher der US-Marines bestätigte Meldungen über einen leicht gepanzerten Militärkonvoi in Richtung Kandahar, der von Hubschraubern gesichert wurde. Es gehe um die Blockade von Fluchtwegen von Taliban- und al-Qaida-Kämpfern. Ein Vorstoß in die Stadt selbst sei nicht geplant. Nach Streitigkeiten der verschiedenen paschtunischen Stammesfürsten in der Stadt kündigte der voraussichtlich ab dem 22. Dezember amtierende Interims-Regierungschef Hamid Karzai an, er plane eine umfassende Entwaffnung aller Fraktionen in Kandahar.

US-Vizepräsident Richard Cheney zufolge wird der Krieg gegen Bin Ladens al-Qaida-Gruppe aber auch dann weiter geführt, wenn Bin Laden gefangen ist. Der saudische Innenminister Prinz Naif Ibn Abd al-Asis sagte unterdessen, er halte Bin Laden nicht für die Spitze der al-Qaida-Organisation und sollte er gefasst werden, werde er wohl rasch ersetzt.

Wo ist Omar?

Auch die Suche nach der Nummer zwei im Fahndungskatalog der USA, dem geistlichen Führer der radikalislamischen Taliban, Mullah Mohammad Omar, ging weiter. Über seinen Aufenthaltsort gibt es widersprüchliche Aussagen. Einer Darstellung zufolge floh er vor dem Fall von Kandahar. Andere vermuten ihn weiter in der Stadt. Mit dem Verlust der Provinz Zabul dürften die Taliban nach Einschätzung von Beobachtern ihre militärische Niederlage endgültig besiegelt haben.



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