Russland Mehrere Tote bei Anschlag im Bahnhof Wolgograd

Mindestens 16 Menschen sind bei einer Detonation im Bahnhof von Wolgograd gestorben. Die Polizei geht von einem Terroranschlag aus: Eine Selbstmordattentäterin soll sich in die Luft gesprengt haben.
Russland: Mehrere Tote bei Anschlag im Bahnhof Wolgograd

Russland: Mehrere Tote bei Anschlag im Bahnhof Wolgograd

Foto: AFP/ STRINGER

Moskau - Bei einer Bombenexplosion im Bahnhof der russischen Stadt Wolgograd sind mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen. Ersten Erkenntnissen zufolge handle es sich um einen Anschlag einer Selbstmordattentäterin, sagte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde laut der Agentur Interfax.

Der Sprengsatz sei am Eingang des Bahnhofs detoniert, sagte der Sprecher. Dort warteten wegen der Neujahrsferien besonders viele Menschen an einer Sicherheitsschleuse auf die Kontrolle ihres Gepäcks. Die Explosion tötete auch mindestens ein Mitglied der Sicherheitskräfte. 27 Verletzte seien in Krankenhäuser gebracht worden.

Noch sind die genauen Hintergründe der Detonation in der Wolga-Metropole, dem früheren Stalingrad, allerdings nicht bestätigt.

Die Industriemetropole Wolgograd, die bis 1961 Stalingrad hieß, liegt rund 700 Kilometer von Sotschi entfernt, wo im Februar die Olympischen Winterspiele stattfinden. Der tschetschenische Islamistenführer Doku Umarow hatte zu Anschlägen aufgerufen, um die Wettkämpfe zu stören. Der Kreml verspricht aber sichere Spiele.

Putin lässt Sicherheitsmaßnahmen erhöhen

Zahlreiche Krankenwagen rasten zu dem Bahnhof. Das Gebäude werde evakuiert, teilte das Zivilschutzministerium mit. Augenzeugen berichteten von deutlichen Schäden. Überall liege zersplittertes Fensterglas, zudem habe die Feuerwehr einen kleinen Brand löschen müssen, hieß es.

Im Oktober waren bei einem Selbstmordanschlag auf einen Bus in Wolgograd, rund 900 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Moskau, sechs Menschen getötet und mehr als 30 weitere verletzt worden. Als Attentäterin machten die Behörden eine sogenannte Schwarze Witwe, die Frau eines radikalislamischen Extremisten aus der unruhigen russischen Teilrepublik Dagestan im Kaukasus, aus.

Präsident Wladimir Putin ordnete an, alle Maßnahmen zu ergreifen, um nach dem Anschlag für Sicherheit zu sorgen. Ein Polizeisprecher sagte, die Sicherheitsvorkehrungen an russischen Bahnhöfen und Flughäfen würden erhöht.

Erst am Freitagabend hatte die Explosion einer Autobombe vor einer Polizeistation in Pjatigorsk in der Konfliktregion Nordkaukasus drei Menschen getötet. Die Behörden vermuten einen terroristischen Hintergrund. Pjatigorsk ist rund 250 Kilometer von Sotschi entfernt.

fab/dpa/Reuters
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