Tote in Israel Mit der Nagelbombe auf den Markt

Beim Anschlag eines palästinensischen Selbstmordattentäters auf dem Markt der israelischen Stadt Netanja sind zwei Menschen getötet worden, darunter der Attentäter. Mindestens 47 weitere Menschen wurden verletzt.


Jerusalem - Der Attentäter kam mit dem Taxi. Er habe eine israelische Armee-Uniform getragen, berichteten Augenzeugen. Auf dem Markt des Städtchens Netanja stieg er aus und zündete den mit Nägeln gefüllten Sprengsatz. Durch die Druckwelle der Explosion wurden auch Teile einer Überdachung eingerissen. Mehrere Menschen wurden unter den Trümmern begraben.

Der Fernsehsender von Abu Dhabi meldete, die radikale Gruppe Palästinensische Befreiungsfront (PFLP) habe sich zu dem Attentat in Netanja bekannt. Nach Angaben der israelischen Zeitung "Ha'aretz" habe sich sowohl die PFLP als auch die radikalislamische Hamas bekannt. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Am Wochenende waren Ankündigungen der Hamas und der Demokratischen Front zur Befreiung Palästinas (DFLP) bekannt geworden, in denen es hieß, man wolle die Angriffe auf israelische Zivilisten einstellen.

In Netanja hatte es Hinweise auf einen bevorstehenden palästinensischen Selbstmordanschlag gegeben. Die Sicherheitskräfte waren daher bereits seit mehreren Stunden in erhöhter Alarmbereitschaft gewesen, meldete der israelische Rundfunk.

Ein Sprecher im Büro des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon, David Baker, sagte: "Alle, die denken, dass der palästinensische Terrorfeldzug vorbei ist, liegen völlig falsch." Während des Passah-Fests im März hatte ein Selbstmordattentäter in einem Hotel Netanjas bereits 29 Menschen mit in den Tod gerissen. Israel antwortete darauf mit der "Operation Schutzschild", der erst kürzlich abgeschlossenen Militäroffensive in den palästinensischen Autonomiegebieten.

Israels Verteidigungsminister Benjamin Ben-Elieser sagte am Sonntag, Arafats Ankündigungen von Neuwahlen und Reformen innerhalb der palästinensischen Autonomiebehörde sein ein reiner Trick.



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