Tote Seeleute Wusste Putin gleich Bescheid?


Moskau - Der russische Präsident Wladimir Putin wurde angeblich bereits wenige Stunden nach dem Sinken des Atom-U-Bootes "Kursk" davon informiert, dass die meisten Besatzungsmitglieder tot sind. Der Kommandeur der russischen Marine, Wladimir Kurojedow, habe Putin noch am Tag des Unglücks - dem 12. August - an seinem Urlaubsort am Schwarzen Meer von den ersten Untersuchungen informiert, berichtete die Nachrichtenagentur AWN unter Berufung auf einen hohen Vertreter des russischen Verteidigungsministeriums.

Schon die ersten Unterwasseraufnahmen der russischen Marine hätten gezeigt, dass sieben der neun Kammern in dem U-Boot von Anfang an geflutet gewesen seien. Außerdem seien Trümmer des Rumpfes und Teile der Ausrüstung aus dem U-Boot weit entfernt vom Unglücksort gesichtet worden. Der Ministeriumsvertreter schloss nicht aus, dass der Kreml eine gezielte Desinformation der Öffentlichkeit organisiert habe, um sie im Glauben zu lassen, dass es noch Hoffnung auf die Rettung der Besatzung gebe, berichtete AWN. Öffentlich bekannt wurde der Unfall der "Kursk", die mit 118 Menschen an Bord sank, erst am Montag vergangener Woche.



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