Mordfall Kim Jong Nam Malaysias Polizei nimmt weitere Verdächtige fest

Zwei Frauen sollen den Halbbruder von Kim Jong Un in Kuala Lumpur umgebracht haben. Nun kommen die Ermittler in dem Fall voran, Malaysias Polizei bestätigte die Festnahme einer zweiten Verdächtigen und eines Mannes.

Kyodo/ REUTERS

Die malaysische Polizei hat nach dem mutmaßlichen Mord am ältesten Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un eine zweite Verdächtige festgenommen.

Sie soll im Besitz eines indonesischen Passes sein. Das hat das Außenministerium in Jakarta bestätigt. Malaysias Polizeichef Khalid Abu Bakar bestätigte die Festnahme, ohne zunächst Einzelheiten zu nennen. Zudem soll ein dritter Verdächtiger festgenommen sein sollen. Bei ihm handelt es sich nach Informationen der Nachrichtenagentur AP um den Freund einer der beschuldigten Frauen.

Bereits am Mittwoch war eine 28-Jährige im Besitz eines vietnamesischen Passes am Flughafen von Kuala Lumpur gefasst worden, wo Kim Jong Nam am Montag gestorben war. Diese erste Verdächtige sollte am Donnerstag einem Richter vorgeführt werden. Beide Frauen wurden anhand von Überwachungsvideos als mögliche Täterinnen identifiziert.

Kim Jong Nam war der ältere Halbbruder von Kim Jong Un. Beide haben denselben Vater, den früheren Machthaber Kim Jong Il, aber unterschiedliche Mütter. Kim Jong Nam lebte seit Jahren im Ausland, zuletzt mit seiner zweiten Frau in Macau. Er soll bei Nordkoreas Regime in Ungnade gefallen sein, als er 2001 versucht hatte, mit einem gefälschten Pass nach Japan einzureisen. Dort hatte er Disneyland Tokio besuchen wollen.

Angeblich gescheitertes Attentat

Laut Südkoreas Geheimdienst NIS soll Nordkoreaseit fünf Jahren versucht haben, Kim Jong Nam zu töten. Demnach habe es bereits 2012 ein Attentatsversuch gegeben, der jedoch scheiterte. Danach soll Kim Jong Nam seinem Halbbruder einen Brief geschrieben haben, mit der Bitte, ihn und seine Familie zu verschonen.

Am Mittwoch bestätigten die südkoreanischen Behörden die Berichte über Kim Jong Nams Tod. Seine Leiche wurde am Mittwoch zur Obduktion in ein Krankenhaus in Kuala Lumpur gebracht. Südkorea beschuldigt Pjöngjang, den Mord in Auftrag gegeben zu haben. Demnach handelte es sich bei den beiden Frauen um nordkoreanische Agentinnen.

Seit Kim Jong Un 2011 die Macht von seinem Vater übernommen hat, ließ er schon einige vermeintliche Feinde beseitigen. Unter anderem auch seinen Onkel, der wiederum Kim Jong Nam nahe gestanden haben soll.

max/dpa/AFP/AP



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